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Leonie Krieg: Eine junge Frau reitet künftig mit Gold am Revers 12.7.2017
Leonie Krieg: Eine junge Frau reitet künftig mit Gold am Revers

Villingen-Schwenningen.
Mit 19 Jahren das Goldene Reitabzeichen zu bekommen, das ist eine beachtenswerte Leistung! Für Leonie Krieg aus Villingen-Schwenningen mag diese Auszeichnung vielleicht auch eine logische Folge ihres fleißigen Reitens und einer hervorragenden reiterlichen Ausbildung „irgendwann sowieso fällig“ sein, doch für die junge Frau und die Reitsportfans an der Reitplatzumrandung aber gehört diese Ehrung auf jeden Fall zu den Besonderheiten des Pferdesports: Das Goldene Reitabzeichen ist nicht wiederholbar und wird deshalb nur einmal im Leben eines Pferdesportlers von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verliehen - für eine ganze Reihe herausragender Erfolge im Sattel. Im Falle von Leonie Krieg ist das der Springsattel, in dem sie sich in erster Linie wohlfühlt. Die Grundlage für ihre junge, sehr erfolgreiche Reiterkarriere liegt dabei in ihrer Familie. Der Name „Krieg“ hat in der Szene des Landes und auch weit darüber hinaus einen guten Klang, ist doch Vater Andreas Krieg viele Jahre einer der aktivsten und besten Reiter in Baden-Württemberg gewesen, bevor er sich einerseits den Erfolgen seiner Kinder Leonie und Niklas widmete und andererseits der erfolgreichen Sportpferdevermarktung seines Familienbetriebes in Villingen-Schwenningen.

Leonie Krieg hat die verschiedensten Pferde unter dem Sattel, doch für das Goldene Reitabzeichen listet sie zwei Pferde besonders auf, um die vorgeschriebenen neun Siege in Klasse S* und einen in Klasse S** nachzuweisen: In erster Linie steht da der Name Champerlo, ein Wallach von Counter/Lasino, mit dem sie vier Siege in Klasse S* gesammelt hat. Mit Panama, einer Stute von Quattro B/Grandeur hat sie einen Sieg in Klasse S* errungen. Das würde allerdings nicht ausreichen für das „Goldene“. Aber die Anerkennung und Verrechnung zahlreicher vorderer Plätze in Klasse S** und sogar in S*** machen die Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen komplett: Mit Champerlo errang Leonie Krieg sieben Platzierungen von Rang zwei bis fünf in Klasse S** und einen vierten Platz in Klasse S*** sowie sieben vordere Plätze in Klasse S*.

Schaut man in die Erfolgsliste der jungen Reiterin, so sieht man, dass sie ihre Erfolge für das „Goldene“ zwischen 2012 und 2016 errungen hat. Der erste Sieg in Klasse S* mit Champerlo gelang ihr am 13. September 2012 auf „heimischem Geläuf“ in Donaueschingen kurz vor ihrem 15. Geburtstag. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Ihre Reitstationen allerdings „streuen“ gewaltig und sind mit vielen Reisen zu Turnieren verbunden, nicht nur innerhalb Baden-Württembergs oder Deutschlands, nein auch im Ausland durfte sie schon antreten und für die Farben schwarz-rot-gold reiten: Dazu zählen zum Beispiel 2013 der Start beim Nationenpreis der Junioren im französischen Deauville, die Europameisterschaft der Junioren 2014 im italienischen Arezzo, wo sie mit der Mannschaft startete, der Nationenpreis für Junioren im holländischen Wierden, die Junioren EM in Wiener Neustadt 2015 und 2016, und, dem Juniorenalter entwachsen, im österreichischen Lamprechtshausen beim Nationenpreis der Jungen Reiter. Überall landete sie entweder einen Sieg oder vordere Plätze. Das Maimarkt-Turnier 2015 wird Leonie Krieg auch nicht vergessen, denn hier startete sie u.a. in einem S***-Springen gegen internationale Konkurrenz und kam mit ihrem Paradepferd Champerlo auf Platz vier. Natürlich sind die Turniere in Donaueschingen stets eine Art Heimspiel und deshalb wiegen die Erfolge „zu Hause“ gefühlt mehr als „auswärtige“, denn da stehen ja auch viele Leute am Parcours, die die junge sportliche Frau persönlich kennen. Es gäbe viele schöne Erfolge zu erwähnen, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Wer ist nun der Mensch hinter den Erfolgen? Leonie Krieg gab dem PRESSEDIENST bereitwillig Auskunft und der erfährt, dass die junge Sportlerin vor zwei Jahren das Abitur in Villingen erfolgreich absolvierte und nun Sportmanagement studiert. Das passt sicher vorzüglich zur elterlichen Firma, denn Leonie Krieg sagt: „Wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, will ich meinen Beruf im Reitsport ausüben.“ Die Eltern, Kirsten und Andreas Krieg, werden das sicher fördern, sind sie doch nicht allein den Pferden zugewandt sondern beruflich als Berufsreiter und Kaufmann bzw. kaufmännische Angestellte vom Fach „Vermarktung“, zu der gutes Management gehört. Eigentlich ist die ganze Familie dem Pferdesport verbunden, denn auch Leonies älterer Bruder Niklas ist erfolgreich in die sportlichen Spuren des Vaters getreten, der seinen Kindern zum Vorbild geworden ist. Andreas Krieg bildete seine Kinder aus, trainiert sie und fördert sie nach Kräften. „Für die Dressur“, sagt Leonie Krieg, „ist für mich Mark van Grieken aus Deißlingen ein wichtiger Trainer. Denn Reiten ohne Dressur bringt keinen Erfolg. Die Pferde müssen im Springparcours sofort auf feine Hilfe reagieren, denn zwischen den Sprüngen bleibt keine Zeit für langes Überlegen.“ Das wird auch das Geheimnis sein, das Andreas Krieg seinen Kindern mitgab. Der ehemalige Nationenpreisreiter und Gewinner zahlreicher Großer Preise ist national und international eine bekannte Größe und vor allem sehr gut vernetzt, um im Pferde-Reiter-Karussell mit seiner Firma Krieg-Sportpferde bestehen zu können. Niklas ist derzeit Mitglied im Bundeskader U 25 sowie Mannschafts-Europameister der Jungen Reiter 2014 und 2015. Und mit Erfolgen bei Großen Preisen und Einsätzen bei Nationenpreisen für Deutschland wird er seinen Vater vielleicht eines Tages übertreffen können.

Leonie Krieg hat mit ihrem Goldenen Reitabzeichen den „Anschluss“ an die Erfolge von Vater und Bruder gefunden und bedauert nur „ganz wenig“, dass sie neben dem Studium und der Reiterei kaum Zeit hat für andere Dinge. „Freunde treffen und ins Kino gehen gehören zu den Dingen, die ich gerne tue, für die mir aber oft zu wenig Zeit bleibt. Gelegentlich reicht es fürs Schwimmen oder eine Runde Joggen.“ Erfolg verlangt Disziplin und Verzicht sowie Verantwortung für die Pferde. Und hier sagt die junge Frau selbstbewusst: „Meine Pferde sind meine Sportpartner. Ich kümmere mich um sie, gehe mit ihnen fair und verantwortungsvoll um. Anders gäbe es die vielen Erfolge nicht!“ Die stellten sich schon sehr früh ein, erzählt sie dem PRESSEDIENST, und erinnert sich an die Zeit, als sie als Zehnjährige auf der elterlichen Reitanlage die Reiterei ernsthaft begann und später in der Altersgruppe „Children“ 2011 Teamsilber in Portugal gewann. Seit 2011 ist sie Mitglied in den verschiedenen Altersklassen der Bundeskader. Das wundert aber niemanden, denn wer in einer solch pferdeaffinen Familie aufwächst, kann eigentlich reiten, bevor er laufen kann.

Das Goldene Reitabzeichen ist für Leonie Krieg und ihre Reiterkollegen eine Art Ritterschlag, der gebührend gefeiert werden darf. Dazu wählen die zu Ehrenden ein Turnier aus, auf dem sie gerne die Ehrung entgegennehmen würden. Leonie Krieg schätzt in diesem Falle den Spruch: „Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“ Das Turnier auf den Immenhöfen in Donaueschingen, veranstaltet seit vielen Jahren von der Familie Frese und von ihr zu einem internationalen Event ausgebaut, soll den feierlichen Rahmen abgeben für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens. Heimat verbindet und verpflichtet zugleich. Deshalb ist die Wahl des Turnierortes die richtige und Leonie Krieg darf mit ihrer Familie und vielen Freunden und Parcourskonkurrenten zu Recht und ausgiebig in Donaueschingen feiern. Herzlichen Glückwunsch! Martin Stellberger