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Reitmeister Karl-Heinz Streng wird 75 PD 12/2016
Reitmeister Karl-Heinz Streng wird 75

Mosbach.
Am 3. Dezember 2016 feiert Reitmeister Karl-Heinz Streng aus Mosbach seinen 75. Geburtstag. Karl-Heinz Streng zog nach seiner Ausbildung bei Harry Boldt in Gütersloh und Udo Nesch in Dortmund 1975 ins nordbadische Mosbach. In seiner aktiven Zeit ritt er Dressur und Springen bis zur höchsten Klasse. 1989 legte „Kalli“ Streng seine Reitmeisterprüfung ab, zur gleichen Zeit wurde er Landestrainer Springen für Junioren und Senioren – zahlreiche seiner Schüler standen bei Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften auf dem Treppchen. Dabei sah er seine Arbeit nie als Konkurrenz zu den Bundestrainern, sondern sah sich immer in der Rolle des Förderers und Zulieferers. Neben seiner reinen Trainertätigkeit engagierte er sich von 1992 bis 2007 in der Landes- kommission Baden-Württemberg und in verschiedenen Ausschüssen des Landesverbandes und war auf vielen Turnieren als Richter oder Steward anzutreffen. Von 1992 an war er Landestrainer in Baden-Württemberg, zuvor etliche Jahre Regionaltrainer Nordbadens und entwickelte sich in dieser Aufgabe zu einer Institution mit großem Einfluss auf die Reiter, die ihm anvertraut wurden oder sich ihm anvertrauten. Die Jugendturniere in Mosbach waren in seiner Zeit ein Magnet und ein „Muss“ für die jungen Sportler. Von zahlreichen Reitern wird er als „einer der wichtigsten Ausbilder“ bezeichnet, nicht wenigen von ihnen wurde das Goldene Reitabzeichen verliehen. Karl-Heinz Streng galt und gilt als geradliniger Trainer, der die Messlatte für seine Reiter sehr hoch ansetzte, den Erfolg überregional suchte, um Vergleiche mit anderen Bundesländern zu bestehen. Dass er da manchmal auch harte Entscheidungen treffen musste bezüglich der Auswahl der Reiter, gehörte dazu. Widerstand nahm er wahr, stand und steht aber zu seinen Einschätzungen.

Eines seiner größten Anliegen war und ist ihm die vielseitige Ausbildung von Berufsreitern. Als Pferdewirtschaftsmeister hat er über 50 Lehrlinge ausgebildet und war Mitglied in den Prüfungsausschüssen für Pferdewirte bzw. Pferdewirtschaftsmeister. 2007 zeichnete ihn die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber aus, 2014 verlieh ihm die Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) für seine ehrenamtlichen Verdienste um den Berufsstand die Felix-Bürkner-Ehrenmedaille.

Als aktiver Reiter stand Karl-Heinz Streng seinen späteren Schülern in nichts nach. Er siegte zu seiner Zeit bis Klasse S. Auch in der Dressur war er in „S“ hoch platziert. Es ist und war nicht alltäglich, dass ein Springreiter in der Dressur in gleichem Maße erfolgreich reitet. Reitmeister Streng führt dies auf seine „duale Ausbildung“ bei Boldt und Nesch zurück. Streng hatte sich in der Vergangenheit mit rund 30 Einsätzen als Equipechef einer deutschen Mannschaft nicht nur für die FN auf internationalem Reiterparkett bewegt. Er war z. B. in Taiwan tätig, um die dortige Mannschaft zu betreuen, die dann in Seoul, Korea, 1990 in der Dressur und im Springen angetreten war.

Wie groß die Wertschätzung der Reitergemeinde gegenüber Karl-Heinz Streng ist, macht eine kleine Anekdote deutlich: Beim CHIO in Aachen vor fünf Jahren war Streng damals als 70jähriger zum letzten Mal als Stewart tätig. Als er beim letzten Pferd zur Kontrolle dessen Gamaschen löste, fiel ihm ein Zettelchen entgegen: „Mach’s gut, Kalli!“
Hb/stb