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Manuel Friederichs – Gold am Revers ziert den erfolgreichen Reiter PD 10/2016
Manuel Friederichs – Gold am Revers ziert den erfolgreichen Reiter

Epfendorf.
Es bleibt nicht aus, dass Kinder dann besonders vom Pferdevirus erfasst werden, wenn die Eltern erstens selbst Reiter sind und zweitens eine eigene Reitanlage besitzen. So ist es auch im Fall Manuel Friederichs aus Epfendorf. Seine reiterlichen Erinnerungen reichen weit zurück, erzählt er dem PRESSDIENST: „Ich erinnere mich an unser erstes Shetlandpony Little Food, auf dem ich als dreijähriger Dreikäsehoch stolz daher reiten durfte, freilich geführt von meinen Eltern. Aber es dauerte gar nicht so lange, bis ich Turnierluft schnuppern sollte!“ Wie bei Kindern üblich, begann die Karriere in der Führzügelklasse und später mit Springreiterwett-bewerben. Dafür war Pony Ashley angeschafft worden. Bald folgten die Ponys Dorian und Golden-flash, mit denen Manuel Friederichs schon als Achtjähriger in den Klassen E und A Siege und Platzierungen einheimste. Mit von der Partie war auch der Bruder des Vaters: „Mein Onkel Rainer Friederichs hat mir Ferienreitkurse und Anfängerstunden ermöglicht und unzählige Dressur- und Springstunden“, erzählt Manuel Friederichs. „Und mit elf Jahren durfte ich an der Landesjugendmeisterschaft 2004 in Meißenheim teilnehmen, wo es um die ersten Titel in meiner Laufbahn ging. Golden-flash war dabei mein tolles Turnierpony. Damals gewann ich die Silbermedaille und wurde daraufhin in den Regionalkader der Ponyreiter berufen. Das war schon eindrucksvoll für mich“, erinnert sich der heute 22jährige Epfendorfer, der richtig Gefallen gefunden hatte an der Turnierreiterei. Schon ein Jahr später trat er in Meißenheim erneut mit Golden-flash an und gewann diesmal sein erstes Gold!

Doch so mancher Ponyreiter steigt bald um auf die „richtigen Pferde“, die ihm seine Eltern anvertrauten. Manuel Friederichs bekam mit 13 Jahren Little Luck von Lassino/Constanz unter den Sattel. Die Stute entwickelte sich rasch vom Lehrpferd zum Erfolgspferd, denn sie trug ihren jugendlichen Reiter schon ein Jahr später zu Platzierungen und Siegen in Springen bis zur Klasse S. Dabei erinnert sich Friederichs der traurigen Stimmung, als er dieses Pferd 2010 wegen einer schweren Verletzung verlor. Eine solche Erfahrung mag er niemandem wünschen. Andere Pferde halfen ihm über den Verlust hinweg, so zum Beispiel Sydney von Parker/Feinschnitt Z, Seneca, Kayla und Leo. „Mit ihnen habe ich seither über 100 Platzierungen und Siege in Klasse S* bis S*** errungen. Sie legten zusammen mit Amadeus von Akkordelli/Linaro, der zum Goldenen Reitabzeichen sechs weitere hohe Platzierungen beitrug, die Basis für das Goldene Reitabzeichen, das mir beim Turnier in Bisingen-Hohenzollern verliehen wird“, sagt Manuel Friederichs nicht ohne Stolz. Die Liste der Erfolge, die für das „Goldene“ zugrunde gelegt wurde, ist lang und spiegelt die Vielfalt der Turnierreiterei des jungen Mannes wider. Allein in den Jahren 2013 bis 2016 errang er mit Leo von Lissabon/Dramaturg einen S*-Sieg in Donaueschingen, mit Amadeus in Weilheim/Teck ebenfalls einen S*-Sieg und viele zweite Plätze. Mit Kayla von Kaiserwind/Luchs errang er sechs Siege in Klasse S* und zwei in S**-Springen z. B. in Donaueschingen-Immenhöfe und Epfendorf-Harthausen. In Tübingen gab es mit der Stute einen fünften Platz im S** und in einem S***-Springen in der Stuttgarter Schleyer-Halle 2015 den vierten Platz. 2014 wurde er mit Leo für den Preis der Besten in Warendorf nominiert. Überhaupt, so sagt der junge Mann, seien Leo, Amadeus und Kayla seine wichtigsten Pferde auf dem Weg zum Goldenen Reitabzeichen.

Manuel Friederichs, in Villingen geboren und in Epfendorf aufgewachsen, ist gelernter Zerspanungsmechaniker und will seine berufliche Laufbahn derzeit auf den Techniker ausrichten. Daneben bleibt er fest im Sattel, stets gefördert von seinen Eltern Gundy und Uwe Friederichs, die selbst aktive Turnierreiter waren. Vater Uwe hatte auch all die Jahre ein Auge auf die reiterlichen Fähigkeiten seines Sohnes, aber auch auf die seiner Tochter Anna-Lena, die dem Bruder die Stute Kayla überließ. Das erwähnt Manuel Friederichs ganz besonders, denn er weiß, dass er seiner Familie so viel zu verdanken hat. Auch die Großeltern Fritz und Herta Görlacher aus Villingen standen und stehen immer hinter der Reiterei der Enkel und förderten diese nach Kräften. „Der Großvater, also mein Vater“, erzählt Mutter Gundy, „ist mit Pferden aufgewachsen und hat auch Springen geritten und kann sich ein Leben ohne Pferde nicht vorstellen.“ Auch die Freudenstädter Familie Möhrle gehört zum Kreis der Reiterfreunde, von denen Manuel Friederichs viel Unterstützung erfährt.

Aber ganz ohne Trainer von außen geht auch bei Manuel Friederichs nichts. Man muss andere Erfahrungen hören und Ratschläge umsetzen, sagt er. „Ein ganz wichtiger Trainer war und ist bis heute Andreas Krieg aus Villingen. Ihm habe ich viel zu verdanken. Von den Anfängen mit den Ponys bis heute trainiere ich bei ihm. Er weiß mir immer einen guten Rat!“ Solche Anerkennung hören Trainer durchaus gerne, zeigen sie doch ihren Schülern oft den richtigen Weg durch die Turnierwelt. Bei so viel Unterstützung von allen Seiten ist es nicht verwunderlich, dass Manuel Friederichs bereits international ausgeschriebene Turniere bestritt. Er startete beim CSI in Aach, beim CSI U25-Turnier in Lamprechtshausen und beim CSI Albführen. Gar ein Start im Nationenpreis steht in der Turnierliste des jungen Mannes: 2014 wurde er als Junger Reiter mit dem Team Zweiter im Nationenpreis von Lamprechtshausen, damals mit Leo. Solche Starts gehören zu den Höhepunkten im noch relativ kurzen Reiterleben Manuel Friederichs und sorgen für weiteren Ehrgeiz, der bisher nicht nur darin befriedigt wurde, dass er beim Heimturnier in Epfendorf 2014 den Großen Preis mit Kayla gewonnen hatte, sondern auch in den Starts zur Qualifikation zum Hallenchampionat und nicht zuletzt durch seinen vierten Platz bei eben diesem Championat 2015 in der Stuttgarter Schleyer-Halle. Mit Kayla dort im S***-Springen überzeugen zu können, war ein herausragendes Erlebnis.

Das alles wird nun gekrönt von der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens beim Turnier in Bisingen-Hohenzollern (5.-9. Oktober 2016). Mit diesem Goldenen Reitabzeichen hat es zudem eine besondere Bewandtnis: Während Manuel Friederichs wie alle anderen Pferdefreunde Siege und Meisterschaften immer wiederholen können im Laufe ihrer Karriere, ist das Goldene Reitabzeichen ein einmaliges Erlebnis: Das Goldene Reitabzeichen kann jeder Reiter, also auch Manuel Friederichs nur einmal in seinem Leben bekommen, nicht durch Lehrgänge sondern allein durch Leistungen bei Turnieren. Das Goldene Reitabzeichen wird demnach feierlich „verliehen“. Das darf Manuel Friederichs im Rahmen des Turniers in Bisingen-Hohenzollern jetzt erleben zusammen mit seiner Familie, Trainern, Förderern und vielen Freunden.
Martin Stellberger