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Linda Knoll – mit 21 zum Goldenen Reitabzeichen PD 10/2016
Linda Knoll – mit 21 zum Goldenen Reitabzeichen

Bad Saulgau.
Disco’s Dominant heißt das Pferd von Linda Knoll aus Bad Saulgau, das ihr das Goldene Reitabzeichen einbrachte. Zehn Siege in der schweren Klasse der Dressur haben die 21-jährige Reiterin und ihr Pferd zusammen errungen und brauchten dafür „nur“ zwei Jahre. Mit einer „Einschränkung“: Der erste Sieg in Klasse S* gelang dem Paar 2013 in Rottweil. Alle anderen Siege brachten die Jahre 2015 und 2016: 2015 in Kreuth in der Oberpfalz, Rottweil, Moosbeuren und Heidenheim. Die übrigen gab es 2016 in Schwendi (2x), in Bad Schussenried, Aulendorf und erneut in Rottweil. Eine wichtige Voraussetzung für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens ist mindestens ein Erfolg in Klasse S**. Der stellte sich schon 2015 in Heidenheim ein. Disco’s Dominant steht bei Linda Knoll natürlich ganz hoch im Kurs, hat er ihr doch in den letzten Jahren viele schöne Erfolge bei Turnieren, Siege und Platzierungen ermöglicht. Die beiden haben miteinander und voneinander gelernt. „Diese Partnerschaft kann ich gar nicht hoch genug schätzen“, meint Linda Knoll über ihren 13jährigen Wallach, der von Disco Tänzer/Matador abstammt.

Das Goldene Reitabzeichen hat eine ganz besondere Stellung im Reitsport: Obwohl alle Pferdesportler über viele Lehrgänge und Trainingseinheiten ihr Können steigern und ausbauen, kann man das „Goldene“ nicht durch noch so viele Lehrgänge erwerben. Es wird von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verliehen für eine bestimmte Anzahl von Erfolgen. Bekanntlich können Reiter und andere Sportler Medaillen bei zahlreichen Wettbewerben oder Championaten gewinnen und diese Erfolge wiederholen. Das Goldene Reitabzeichen ist eine Ehrung, die ein Pferdesportler nur ein einziges Mal in seinem Leben erfahren darf. Insofern ist das „Goldene“ am Revers des Turnierrocks ein Zeichen für gründliche und langjährige Ausbildung und stellt deshalb einen besonders wichtigen Meilenstein in der Karriere dar.

Wer verbirgt sich nun hinter dem Namen Linda Knoll? Die gebürtige Oberschwäbin kam in Ravensburg zur Welt und wuchs in Bad Saulgau auf und reitet für den Reit- und Fahrverein Ostrach. Nach dem Abitur begann sie 2013 ihr Studium in Konstanz, wo sie im fünften Semester Sport- und Eventmanagement studiert. Besonders freut sie sich darüber, dass sie beim Turnierveranstalter Escon Marketing in Emstek ein Praktikum machen kann, das noch bis Ende September läuft und beim CHI in Donaueschingen seinen Abschluss findet. Den „Pferdevirus“ allerdings fing sich Linda Knoll in Ostrach ein, wo sie als Kind mit Bekannten „Pferde schauen“ ging. Daraus wurde mehr, denn als Neunjährige bekam sie die ersten Reitstunden von der Oma zur Erstkommunion geschenkt. Linda Knolls Eltern, Carola und Matthias Knoll, hatten dagegen überhaupt nichts mit Pferden am Hut. „Sie mussten sich erst einmal mit dem Gedanken an Pferde und Reitsport anfreunden“, erzählt Linda Knoll dem PRESSEDIENST. „Doch inzwischen ist meine Mutter mit Leib und Seele bei jedem Turnier dabei. Und mein Vater ermöglicht mir auf der finanziellen Seite mein Hobby. Das sind schöne Begleiterscheinungen, für die ich ganz besonders dankbar bin“, schwärmt Linda Knoll.

In den ersten Jahren ihrer Turnerreiterei spielte das Deutsche Reitpony Stubbenhof’s Dream of Summer eine tragende Rolle. Schon damals begleitete sie ihre Reitlehrerin in Ostrach und das von der ersten Reitstunde an bis heute. So ist der Öschlehof in Ostrach quasi die zweite Heimat von Linda Knoll. Mit ihrer Trainerin Andrea Knoll hat Linda Knoll allerdings nur zufällig den Namen gemeinsam. „Wir sind weder verwandt noch verschwägert“, lacht die junge Reiterin, „wir verstehen uns gut und sie hilft mir dabei, meinen Ehrgeiz zu bändigen und unterstützt mich sehr, an Schwächen und Fehlern zu arbeiten, so dass ich immer wieder weiterkomme.“ Der Trainingsfleiß zahlt sich indes aus. Dreimal war die junge Frau aus Bad Saulgau schon bei Deutschen Jugendmeisterschaften am Start: in Aachen 2010, in Hünxe 2012 und 2015 in Zeiskam. Außerdem darf sie sich Landesmeisterin 2012 nennen, weil sie damals in Schutterwald zum Sieg bei den Junioren ritt. Außerdem gehörte sie dem Regional- und dem Landeskader Dressur an. Auch das ist eine Auszeichnung und Anerkennung für gute Leistungen.

Sportliche Ziele hat Linda Knoll auch nach der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens: „Ich möchte gerne ins Finale des iWEST-Dressur Cups kommen, das im November in der Schleyer-Halle ausgetragen wird. Aber ich denke auch an mein Nachwuchspferd FBW Fairplay H. Den siebenjährigen Wallach von Fürst Hohenstein/Disco Tänzer möchte ich ebenso erfolgreich reiten können und damit meine reiterliche Zukunft fördern.“ Das Pferd wird derzeit noch von Ines Knoll, der Tochter ihrer Reitlehrerin, ausgebildet, gehört aber Linda Knoll. Gefördert wurde die Ausbildung von FBW Fairplay durch den „Verein zur Förderung des Reitsports mit Baden-Württembergischen Pferden“, kurz FBW genannt.

Andrea Knoll spielt auf dem Erfolgsweg von Linda Knoll nicht nur als Trainerin eine besondere Rolle. Die Trainerin vermittelte ihr 2008 nämlich Disco’s Dominant, den sie von Werner Häfner gekauft hatte. Auch dieses Pferd wurde zusammen mit Andrea Knoll ausgebildet. Disco’s Dominant entwickelte sich zur Basis für die Turnierkarriere von Linda Knoll. Er begleitete sie auch im Zuge ihres Studiums und des Praxissemesters bei Escon Marketing nach Norddeutschland, wo Disco’s Dominant für diese Zeit im Stall der Dressurreiterin Nadine Plaster steht. Hier lernt Linda Knoll auch die Turnierszene des Nordens kennen und kann so ganz gut Vergleiche ziehen.

Und nun steht ein besonderer Moment im Reiterleben der jungen Bad Saulgauerin an: Beim Marbacher Galaabend auf dem Haupt- und Landgestüt Marbach, dem einzigartigen Repräsentanten Baden-Württembergischer Pferdezucht, wird ihr am 5. November 2016 an traditionsreichem Ort das Goldene Reitabzeichen verliehen. Das wird ein ganz besonderer Moment im Leben von Linda Knoll, den sie mit ihren Eltern, Freunden und auch mit ihrer Trainerin gebührend feiern wird.
Martin Stellberger