Startseite
Kontakt
Stefan Hirsch springt zum Goldenen Reitabzeichen PD 8/2016
Stefan Hirsch springt zum Goldenen Reitabzeichen

Horb-Nordstetten.
Wer unter den Springreitern das Goldene Reitabzeichen bekommen möchte, muss sich mächtig ins Zeug legen und gute Resultate vorweisen. Die fallen einem bekanntlich nicht in den Schoß sondern müssen durch solide Grundausbildung, Förderung und fleißiges Reiten erarbeitet werden. Mühsam ist der Weg ohnehin, denn die Konkurrenz bei den Turnieren kann ja auch reiten. Und so hat Stefan Hirsch aus Horb-Nordstetten auch diese Erfahrung gemacht: Geduld und Ausdauer gehören dazu, will man als Springreiter die Mindestvorgaben für das Goldene Reitabzeichen erfüllen: neun Siege in Klasse S*, ein Sieg in Klasse S**. Das gelang ihm in den Jahren 2010 bis heute. Aktuell stehen 16 Siege in seiner Erfolgsliste, darunter auch ein Mächtigkeitsspringen mit Co-Pilot von Con Air/Riverman und ein S*-Sieg mit PBM Chalouba FBW von Chacco Blue/Aloube. Es gibt in der Bewertung für das Goldene Reitabzeichen auch die Möglichkeit, noch höherwertige Siege und Platzierungen einrechnen zu lassen. Das „Minimum“ hat Stefan Hirsch mehr als erfüllt. Seinem „Goldenen“ liegen demnach neun Siege in Klasse S zwischen Wiener/Neustadt in Österreich und Linkenheim-Hochstetten in Baden-Württemberg zugrunde. Ob Pirmasens, Heilbronn oder Weilheim und Schwaigern – überall war er siegreich mit seinen Pferden Zanora von Zandor Z/Darco und Zandra von Zandor Z/Darco. Dazu kommen zahlreiche weitere Siege und Platzierungen, zusammengetragen aus dem ganzen Lande. Der nötige Sieg in Klasse S** stellte sich für Stefan Hirsch im Mai dieses Jahres ein, als er mit Zandra in Forst gewann. „Alles beisammen!“, freute sich der Reiter und bat darum, beim Turnier in Waldachtal-Heiligenbronn (27.-28. August 2016, s. Beitrag in dieser Ausgabe) das Goldene Reitabzeichen zu bekommen, dort, wo er schon 2015 ein S*-Zeitspringen gewonnen hat.

Wer ist nun der Reiter Stefan Hirsch, über den das Reiterjournal (6/2016) schrieb: „Gold am Revers war überfällig.“ Mit Recht, denn Stefan Hirsch ist zwar als herausragender Reiter bekannt und geachtet, aber er musste richtig kämpfen, Niederschläge verkraften und wieder aufstehen. 2014 überwand er einen Herzinfarkt, den der heute 35-Jährige damals beim Singener Turnier erlitt. 2015 verlor er seine in vielen Springen erfolgreiche Stute Zanora durch einen Weideunfall. Das Pferd starb noch auf dem Weg in die Klinik. Das alles hinterlässt Spuren im Leben des Reiters. Ihnen zum Trotze kämpft er sich wieder auch reiterlich auf hohes Niveau. Das Reiterjournal schreibt: „Gelassener und mit viel Ruhe punktete sich Stefan Hirsch in der letzten Saison ins Finale des BW-Cups in der Stuttgarter Schleyer-Halle und setzte sich nun in Forst mit dem langersehnten Zwei-Sterne-Sieg die Krone auf. Wer so kämpft, hat es längst verdient, zukünftig mit Gold am Revers durch den Parcours zu galoppieren.“

Stefan Hirsch ist mit Kristin Hirsch verheiratet und selbständiger Pferdewirtschaftsmeister. Er übt den Turniersport mit Erfolg aus und fördert als Ausbilder Reitschüler und Pferde, um sie in den gehobenen Sport zu bringen. Seine reiterlichen Wurzeln liegen bei den Eltern, denn Vater Robert ist Landwirtschaftsmeister und seine Mutter Claudia Reitwartin mit Trainerin-B-Lizenz. Dass er den angenehmen Dingen neben dem Beruf Beachtung schenkt, hat sich wohl auch durch seine Erfahrungen verstärkt, denn er sagte dem PRESSEDIENST: „Ich jogge und steigere meine Ausdauer mithilfe eines Rudergerätes. Aber ich koche auch gerne zusammen mit meiner Frau und führe sie auch gerne zu schönem Essen aus!“ Er weiß, das Leben darf nicht nur aus Hetze und Arbeit bestehen. Er beschreibt sich zudem als ausgeglichen und nervenstark, als freundlich und humorvoll und erzählt: „Ich bin 1984 zum Reitsport gekommen und bin seit 1986 im Reitverein Nordstetten-Horb. Die ersten Grundlagen habe ich durch meine Mutter bekommen und durch meine Tante, Christa Gräfin von der Schulenburg aus Horb auf deren Betrieb. In den Jahren 1990 bis 1994 hatte ich Unterricht bei den Trainern Jürgen Buchal aus Empfingen, Werner Raue aus Rohrdorf und Paul Kullen aus Herrenberg. Später folgten Jahre bei Kurt Maier in Gültstein, bei Ewald Güss in Villingendorf und bei Helmut Hartmann in Ravensburg. Seit 2010 gehe ich zu Manfred Ege in Albstadt, einem ebenso erfahrenen Reiter wie die anderen Trainer. Er kommt auch auf meinen Hof. Helmut Hartmann und Manfred Ege kamen jeweils halbtags zu mir auf die Anlage. “ Unterstützung erfährt Stefan Hirsch auch durch Sponsoren wie den Firmen Busse Reitsportartikel und CWD Sättel sowie von sehr guten Freunden.

Über seine Art, mit Pferden umzugehen, sagt Stefan Hirsch, er könne gut auf die verschiedenen Charaktere eingehen und habe ein gutes Händchen für schwerer zu reitende und etwas speziellere Pferde, vor allem auch für Stuten. Selbstkritisch meint er, Schwächen gäbe es immer wieder im Reitsport, an denen man arbeiten müsse. Er selbst sei mit seinen 1,92 m sehr groß. Bei kleineren Reitern „sieht es oft eleganter aus“. Nichts destotrotz sind Stefan Hirschs Erfolge eine Anerkennung für seine Arbeit. Mit Freude zählt er einige davon auf: „Es ist schön, dass ich neben den Siegen hierzulande auch einiges auf internationalen Turnieren erreichen konnte, so zum Beispiel meine Platzierungen und Siege in Wien und beim Linzer CSI** oder in Gent, Moorsele und Neeroeteren, drei Turniere in Belgien.“ Dass er bei der Landesmeisterschaft in Schutterwald im abschließenden Springen Klasse S*** platziert war, er den Großen Preis von Forst S** gewinnen konnte und schon dreimal im Finale des BW-Hallencups in Stuttgart ritt, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Dass ihm vieles im Sport gelingt, führt Stefan Hirsch auch zurück auf sein Leben neben dem Sport: „Erfolg im Sport hängt für mich immer auch mit Zufriedenheit und Glück im privaten Bereich zusammen!“ Auf dieser Basis lässt sich denn auch gut feiern: Beim Turnier in Waldachtal-Heiligenbronn werden sicher viele Reiterkameraden, Freunde und Sponsoren mit ihm auf das Goldene Reitabzeichen anstoßen. Herzlichen Glückwunsch!
Martin Stellberger