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Pferdeschänder werden wieder aktiv PD 7/2016
Pferdeschänder werden wieder aktiv

Ravensburg/Amtzell.
Die warme Jahreszeit mit hellen Nächten und milden Temperaturen bergen wieder besondere Gefahren für Weidetiere, insbesondere für Pferde. In der Gemeinde Amtzell in Oberschwaben, Kreis Ravensburg, kam es am Wochenende 17./18. Juni 2016 wieder zu einem folgenschweren Übergriff auf ein Pferd. Ein Unbekannter hatte sich auf der Koppel eines Offenstalles an einer Stute vergriffen. Wie die Polizei mitteilte, „muss davon ausgegangen werden, dass der Täter zwischen Freitag, 20 Uhr, und Samstag, 10 Uhr, eine Stute mit spitzem Gegenstand im Genitalbereich verletzte. Dazu hatte er offensichtlich das Pferd zunächst am Stall angebunden, verletzt und anschließend wieder auf die Koppel gelassen.“

Der Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V. nimmt solche Vorkommnisse mit großer Sorge auf und hält die Pferdebesitzer und Stallbetreiber zu erhöhter Vorsicht an. Pferdebesitzer und Stallbetreiber sollten einerseits besonnen vorgehen, um sich nicht selbst zu gefährden durch gewaltbereite Täter, andererseits aber aufmerksam sein gegenüber fremden Personen, die sich auf den Hof begeben oder auffällig die weidenden Pferde beobachten. Auch sollten sie ihnen bekannte Spaziergänger, Förster und Landwirte sowie Nachbarn um erhöhte Aufmerksamkeit bitten. Wichtig ist, dass die Pferdebesitzer und Stallbetreiber einschlägige Beobachtungen notieren und ggf. auch Autonummern fremder Herkunft. Viele Täter sind motorisiert und spähen auf diese Weise mögliche Tatorte aus. Gleichermaßen sind die Pferdeleute aufgefordert, ihre Stallungen und Weiden nach Möglichkeiten stärker zu sichern und öfter zu kontrollieren.

Sollten sich Übergriffe auf Pferde und andere Tiere ereignen, sollten die Betroffenen umgehend die Polizei sowie einen Tierarzt herbeirufen, um mögliche Spuren zu sichern und eindeutig beurteilen zu lassen. Tatorte sollten nicht ohne die Polizei abgesucht werden. Die Spurensicherung in solchen Fällen ist ohnehin schwierig genug, so dass eine eigene, unsystematische Nachsuche mehr Spuren verwischen kann. Allerdings können Betroffene Fotos machen von Spuren und Verletzungen, um diese später noch dokumentieren zu können.

Der Pferdesportverband Baden-Württemberg bittet auch die Medien um angemessene und ggf. zurückhaltende Berichterstattung, um Tätern keine „Selbstbestätigung“ zu liefern. Allerdings werden die Medien gebeten, die Empfehlungen des Pferdesportverbandes aufzugreifen, um dessen vorbeugende Arbeit zu unterstützen.