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Anna-Louisa Fuchs wird in Schutterwald geehrt: Goldenes Reitabzeichen PD 7/2016
Anna-Louisa Fuchs wird in Schutterwald geehrt: Goldenes Reitabzeichen

Hirschberg/Schutterwald.
Mit 20 Jahren das Goldene Reitabzeichen in der Dressur zu erlangen ist schon ein ganz besonderer Moment im Leben von Anna-Louisa Fuchs. Die junge Frau aus Hirschberg, die ihre Pferde im elterlichen Stall eingestellt hat und die für den Mannheimer Reiterverein startet, erntet den Lohn fleißiger Arbeit mit den Pferden und studiert „ganz nebenbei“ noch BWL an der Uni Mannheim. Was sie beruflich machen wird? „Da bin ich mir noch nicht sicher. Erfolgreich will ich mein Studium beenden, dann sehe ich weiter!“ Da spricht ein gewisser Ehrgeiz aus der jungen Frau: Leistung gilt bei ihr im Studium wie in der Reiterei. „Ich bin zielstrebig und diszipliniert, kann mich gut motivieren und bin gut organisiert“, sagt sie selbstbewusst. Das muss eine Reiterin auch sein, will sie im Studium und im Hobby gleichermaßen erfolgreich sein.

„Ich habe mit fünf Jahren mit dem Reiten begonnen“, erzählt sie dem PRESSEDIENST. „Mit meinem Pony Dacapo, das ich später bekommen habe, wurde ich mit 13 in den Landeskader berufen. Das hat mich ganz schön motiviert, zumal meine Eltern ebenso pferdebegeistert sind.“ Andrea und Stefan Fuchs unterstützen ihre Tochter nach Kräften, was diese wiederum sehr dank-bar vermerkt. Schließlich fördern sie die Reitertalente ihrer Tochter auch mit dem Training bei Peter van der Raadt in Zeutern und früher bei anderen namhaften Trainern. Sie wissen aus eigener erfolgreicher Reiterei, Vater Stefan war bis Klasse S im Springen unterwegs, Mutter Andrea bis Klasse M, dass es ohne gute Trainer nicht geht, um in der Landesspitze mithalten zu können. Manchmal muss man Anna-Louisa Fuchs auch aufbauen, denn wenn es nicht so recht klappt mit den einzelnen Lektionen oder beim Turnier, „bin ich schnell enttäuscht, weil ich meine eigenen hohen Erwartungen nicht erfüllt sehe.“ Dennoch sei sie geduldig mit den Pferden und sie habe auch immer einen Plan, um aus der Enttäuschung neue Kraft zu schöpfen, denn: „Ich bin konsequent und spüre, dass ich auch immer nervenstärker werde.“ Diese Einstellung braucht man schon deshalb als Dressurreiterin, weil diese Disziplin sehr anspruchsvoll ist. Die Siege in Klasse S, die für das Goldene Reitabzeichen von Bedeutung sind, fallen einem ja nicht vom Himmel oder von dort in den Schoß. Und es gibt auch kräftige Tiefschläge, so z.B. mit dem Schimmelhengst Birkhofs Denario. Mit ihm errang sie schon 2014 einen Sieg in Klasse S. Leider fiel das Pferd wenig später aus gesundheitlichen Gründen aus. Und es dauerte, bis Anna-Louise Fuchs wieder eine stabile Basis für ihre Reiterei hatte, die sich dann in Rien ne va plus festigte. Andrea Fuchs sagte gegenüber dem PRESSEDIENST: „Es ist nicht leicht, ein gutes Pferd zu finden. Aber jetzt hat Anna-Louisa mit der Stute wieder ein hervorragendes Dressurpferd gefunden.“

Inzwischen ist die junge Reiterin stolz auch auf ihre anderen Pferde, die ihr zur Verfügung stehen: Mit Sympathikus von Sir Donnerhall I war sie allein in diesem Jahr schon so erfolgreich unterwegs, dass sie in Caselle die Sommacamp bei Verona drei Siege in Klasse S einheimste. Dieses Pferd, so sagt sie, hat sie selbst von Materialprüfungen an bis Klasse S gefördert. Beim Turnier auf dem Hofgut Petersau gelang ihr in Klasse S*** ein zweiter Platz mit Rodrigos von Royal Diamond. Dieses Pferd wird ihr von Dominique Garvs aus Heilbronn zur Verfügung gestellt, die damit das reiterliche Vermögen der Hirschbergerin anerkennt und fördert.

Richtet man den Blick nur auf die letzten drei Jahre, so sieht man, wie steil die Erfolgskurve der jungen Frau nach oben ging: 2014 ein S*-Sieg in Rheinzabern mit Ron Calli von Ron William, fünf Siege in Klasse S* 2015 in Heddesheim, Schutterwald, Donaueschingen und zweimal in Oberderdingen. In diesem Jahr kommen noch sechs weitere S-Siege in Walldorf, Eppelheim, drei in Verona und Zeutern hinzu. Die Erfolgsliste von Anna-Louisa Fuchs vom Reiterverein Mannheim ist also sehr beachtlich und führte sie mit ihrem aktuellen „Best-Pferd“, der Hannoveraner Stute Rien ne va plus, eine Rascalino-Tochter, direkt in den Bundeskader. Mit ihr hat sie allein 2015 vier Siege in Klasse S* errungen. Roland Kern von der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg schrieb anlässlich eines S-Sieges in Eppelheim über die Stute und ihre Reiterin: „Anna-Louise Fuchs stellte die Stute mit großem Schwung und souveräner Lässigkeit vor, mit traumwandlerischer Sicherheit in den schweren Lektionen: 70,427 Prozent…“

Die Erfolge und das Goldene Reitabzeichen kommen also nicht von ungefähr. Die Basis dafür liegt in der guten Ausbildung und den Starts in früheren Jahren, deren Ergebnisse hier auch erwähnt werden sollen: 2010 gewann sie beim Junioren-Championat in Schutterwald mit Lilli Marlen Gold. 2012 errang sie an gleicher Stelle bei der Landesmeisterschaft der Junioren Bronze mit Ron Calli und sicherte sich ein Jahr später die Silbermedaille. Die Steigerung auf Gold in der Landesmeisterschaft folgte dann 2015 im Lager der Jungen Reiter. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Für die Zukunft hat Anna-Louisa Fuchs denn auch so ihre Pläne: „Ich möchte bei den U25 erfolgreich reiten, am Piaff-Förderpreis teilnehmen und bei allem Ehrgeiz auch viel Freude und Spaß mit meinen Pferden haben.“

Was ist Anna-Louisa Fuchs noch wichtig? „Eigentlich komme ich ja aus einer Springreiterfamilie und meine Schwester Mary-Ann reitet ja auch Springen bis Klasse M. Weil ich mich aber für die Dressur entschieden habe, gibt es manchmal auch ein paar schelmische Sprüche. Das gehört für mich aber dazu und ich weiß ja, dass mich meine Eltern und meine restliche Familie von Herzen unterstützen.“ Eine große Rolle spielt auch ihre Tante, die Schwester ihrer Mutter: „Sie begleitet uns oft zu den Turnieren als einer unserer größten Fans und Helfer“, erzählt die junge Reiterin. Dass sie bereits an vier Deutschen Meisterschaften teilnahm, erwähnt sie ebenso gerne wie die Tatsache, dass sie in diesem Jahr in Hagen international reiten durfte und zu den fünf besten Deutschen gehörte. Und ganz aktuell: Beim Turnier in Ilsfeld am letzten Juli-Wochenende gewann die junge Frau mit ihrem Pferd Rodriges ihre erste Dressur Intermediaire II in Klasse S***, dazu kam im Kurz-Grand-Prix S*** ein dritter Platz sowie ein Sieg in einer weiteren S*Dressur mit Sympathikus. Es geht also mit den Erfolgen munter weiter.
Auf das bevorstehende Turnier zur Landesmeisterschaft in Schutterwald (s. Seite 22) angesprochen, sagt Anna-Louisa Fuchs: „Auf die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens in Schutterwald freue ich mich besonders aus drei Gründen: Schutterwald bietet als traditioneller Standort der Landesmeisterschaften eine ganz besondere Atmosphäre und zweitens habe ich hier schon viele schöne Erfolge erreicht. Drittens kann man in Schutterwald besonders schön feiern, weil neben meiner Familie auch viele Freunde und Bekannte zuschauen oder reiten.“
Martin Stellberger