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Sonderabfall Pferd PD 10/2000
DÜSSELDORF. Als Reaktion auf die Fleischskandale hat das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium einen neuen Erlass verabschiedet: Seit dem 1. Juli 2000 müssen Heim- und Labortiere mit "zentralnervösen Störungen" getrennt entsorgt (verbrannt) werden. Das gleiche gilt ab 1. Januar 2001 für alle eingeschläferten Tiere, und dazu gehören auch Pferde. Hintergrund: Im Medikamenten-Anhang des neuen Pferdepasses legen Besitzer frühzeitig fest, ob ihr Pferd einmal der Lebensmittelgewinnung dienen soll oder nicht. Ein ausgewiesenes Schlachtpferd darf nur mit bestimmten Medikamenten behandelt und erst nach einer gewissen Wartezeit geschlachtet werden. Für alle anderen Pferde bleibt nur das Einschläfern durch den Tierarzt.

Zur Zeit noch werden Pferdekadaver in der Tierkörperverwertungsanlage bei 133 Grad Celsius und drei bar Druck etwa 20 Minuten lang verbrannt und dann zu Tiermehl oder -fett verarbeitet. Doch damit ist nach dem Willen des Düsseldorfer Landwirtschaftsministeriums und des Verbandes der Fleischmehlindustrie ab Januar 2001 Schluss. "Das Tiermehl wird als Tierfutter wieder in die Lebensmittelkette eingeführt. Deshalb soll es in Zukunft nur noch von gesunden, nicht mit Medikamenten behandelten Tieren kommen können", erklärte Dr. Jürgen Harbeck vom Düsseldorfer Ministerium. Die Kosten der Entsorgung (250 bis 600 Mark) für die Pferdebesitzer sind noch nicht geklärt. Die übrigen Bundesländer wollen dem NRW-Entscheid in Kürze folgen.

Quelle: Reiter Revue 8/00