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Manfred Raichle wird 75 PD 5/2016
Manfred Raichle wird 75

Kirchheim/Teck (fn-press).
Manfred Raichle aus Kirchheim/Teck feiert am 3. Mai 2016 seinen 75. Geburtstag. Er ist in der Reiterszene auch über die Landesgrenzen hinaus in erster Linie bekannt aus seiner Zeit als Vorsitzender der Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen Baden-Württemberg. Der Versicherungskaufmann prägte jedoch in den früheren Jahren ein Jahrzehnt lang die Geschicke des Reit- und Fahrvereins Weilheim/Teck mit, für den er auch zu seiner aktiven Reiterzeit im Springen gestartet ist. Sein Verein ist seine reitsportliche Heimat. Hier hatte er im Grunde von der Basis an mitgearbeitet, z.B. als Jugendwart, Sportwart und von 1981 bis 1985 als Zweiter Vorsitzender. Außerdem war er einige Zeit Geschäftsführer der früheren ARGE Neckar-Alb, die heute unter dem Namen Pferdesportkreis Esslingen firmiert.

1984 wurde Manfred Raichle erstmals in den Ausschuss des Regionalverbandes Württemberg gewählt. 1990 stellte er sich als stellvertretender Vorsitzender im Regionalverband zur Verfügung und gehörte seit dieser Zeit auch der Landeskommission an, die bekanntlich den Turniersport überwacht und dessen Regeln weiterentwickelt. Sechs Jahre lang, von 1997 bis 2003, war er Vorsitzender des Württembergischen Pferdesportverbandes und folgte damit dem nicht weniger populären Helmut Leitz nach. 2001 wechselte er erneut sein Aufgabenfeld, als er zum Vorsitzenden der Landeskommission Baden-Württemberg gewählt wurde. Hier trat er die Nachfolge von Gotthilf Riexinger aus Reutlingen an. Als Raichle sein Amt als Württemberger Präsident abgab, folgte ihm damals Gerhard Ziegler aus Ditzingen nach, der heute Präsident des Gesamtverbandes ist. Die Aufgabe als LK-Chef erfüllte Raichle mit Leib und Seele und ließ sich auch nicht durch gesundheitliche Probleme entmutigen, die er ebenfalls mit großer Willensstärke überwand. Die Aufgaben der Landeskommission passten zu Manfred Raichles Engagement als gewissenhafter und kluger Turnierleiter. Seit Ende der 1970er Jahre war er als Turnierleiter aktiv und blieb dies mehr als 20 Jahre bei verschiedenen Turnieren. Eine ganz besondere Phase seines „pferdenahen“ Lebens war seine Zeit im Leitungsteam des internationalen Stuttgarter-Schleyer-Hallen-Turniers, den German Masters, wo er mit Gotthilf Riexinger und Christian Abel, dem früheren Landesgeschäftsführer, eng zusammenarbeitete.

Manfred Raichle, Jahrgang 1941, ist verheiratet, hat drei Kinder und ist von Beruf Versicherungskaufmann. Er arbeitete als Prokurist und Filialdirektor für eine Schweizer Versicherungsgesellschaft. Seine Hobbys neben der Arbeit für den Pferdesport sind Sportkegeln und Reisen in ferne Länder, erklärte er einst dem PRESSEDIENST. Warum er nicht Turnierrichter geworden sei, beantwortete Raichle gegenüber dem PRESSEDIENST einmal so: „Der frühere LK-Geschäftsführer und Turnierrichter Karl-Otto Becker, der unter anderem in Weilheim Turnierleiter war, brachte mich 1977 auf die Idee, Turnierleiter zu ‚lernen‘. Da ich auch gerne über das Mikrofon die Zuschauer über die Prüfungen informieren wollte und ich viele Verpflichtungen zu anderen Turnieren bekam, war ich vollauf beschäftigt und stellte die Frage des Richteramtes immer wieder zurück. Als Turnierleiter hat man viel mehr Möglichkeiten, Turniere mitzugestalten und zu planen, was für mich die größere Herausforderung darstellt.“

Dass ein solch außergewöhnliches Engagement auch gewürdigt wird, ist mehr als selbstverständlich. Der frühere Präsident des Landesverbandes, Volker Hahn aus Ravensburg, heftete ihm deshalb im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung seinerzeit das Reiterkreuz in Bronze an. Am selben Tag ehrte ihn Gerhard Ziegler, sein Nachfolger als Württemberger Präsident, mit der Ehrennadel des Württembergischen Pferdesportverbandes in Gold. 2013 wurde Manchfred Raichle als LK-Vorsitzender verabschiedet und erhielt von Präsident Gerhard Ziegler die Ehrennadel des Landesverbandes in Gold.

Dem PRESSEDIENST gegenüber sagte Manfred Raichle bei seinem Abschied vor drei Jahren über seine Arbeit als LK-Vorsitzender zwei Dinge, die zeigen, dass er einerseits klare Worte treffen kann, andererseits aber auch brückenbauend und verbindend sein kann: „Am meisten beschäftigt haben mich die positiven Dopingproben und die manchmal vorkommende unreiterliche Behandlung der Pferde durch ihre Reiter, was für mich gezeigt hat, dass man nicht allen Menschen ein Lebewesen anvertrauen kann.“ Und auf die Frage nach den positiven Dingen innerhalb der LK: „Die über 13 Jahre währende sehr gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der LK und mit den Richtern, Parcourschefs, Tierärzten und allen mit den Turnieren verbundenen Personen bei den Veranstaltern - ihnen allen gilt mein Dank.“

Auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) wusste die Verdienste Manfred Raichles um den Pferdesport zu würdigen. Manfred Raichle erhielt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung schon 2003 das Bronzene Reiterkreuz. Elf Jahre später ehrte sie ihn mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber. Stb/Hb