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Was ist Clippen? PD 11/2015
Was ist Clippen?

Unter Clippen versteht man das Entfernen der Tasthaare am Pferdemaul sowie der „Anhangsorgane“ in den Ohren der Pferde, die Haare also, die verhindern, dass Schmutz und Insekten in die Ohrmuscheln eindringen können. Vielfach, so berichtet das Reiterjournal in seiner jüngsten Aus-gabe 11/2015, seien „optische Vorstellungen“ der Reiter und/oder Pferdebesitzer für die Ent-fernung dieser Haare verantwortlich. Dass die Reiter bzw. Pferdebesitzer damit gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, ist vielen vielleicht nicht klar oder sie setzen sich einfach darüber hinweg. Das Fachmagazin berichtet dabei von einer Kontrolle des Veterinäramtes Schwarzwald-Baar beim Turnier von Donaueschingen. Dort wurden 54 geclippte Pferde festgestellt und Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet. Das Entfernen der Tasthaare sowie das Ausrasieren der Ohren sind seit 1992 in den Leitlinien für Tierschutz im Pferdesport als unerlaubte tierschutzwidrige Eingriffe erwähnt, erklärt das Reiterjournal.

Anmerkung der PRESSEDIENST-Redaktion:
Vor gut 20 Jahren schon hatte der Autor dieser Zeilen bei seinem Besuch eines großen Reit- und Handelsstalles in Baden-Württemberg bei der Suche nach einem geeigneten Pferd festgestellt, dass das ihm präsentierte Pferd kaum Haare ums Maul herum hatte. Auf Nachfrage, warum die Haare fehlen und die restlichen gekräuselt seien, hatte man erklärt: „Diese Haare werden mit den Feuer-zeug einfach weggesengt. Das macht dem Pferd nichts, tut nicht weh und sieht besser aus!“ Aus dem Handel wurde daraufhin nichts bzw. der Stall wurde offiziell vom Landesverband auf das Verbot des Clippens hingewiesen. Offenbar ist das Ausrasieren von „lästigen Haaren“ an Maul, Ohren und Fesseln bei Pferden immer noch Gang und Gäbe: „Es sieht halt besser aus!“

Der Tierschutz müsste sich aber auch einmal mit jenen Bauernhöfen befassen, die unter dem Label „Bio“ firmieren und ihrem Jungvieh das Hörnerwachstum unterbinden durch Veröden der Wuchs-stellen. Hörner beim Rindvieh haben ihren tieferen Sinn nicht nur als Verteidigungswaffe sondern auch als Absorbtionsorgan für die Körperstoffe, die eben zum Hornwachstum beitragen. Nicht umsonst besteht die Organisation Demeter auf der Beibehaltung der Hörner beim Rindvieh. Das Argument, Rindvieh verletzt sich durch die Hörner bei seinen Rangeleien, muss man schlicht nicht ernst nehmen. Sonst müsste man z. B. auch bei Pferden den Gruppen- oder Herdenauslauf auf der Weide durch Einzelpaddocks unterbinden, weil sie sich ja bei ihren Rangeleien mit den Hufen treten und verletzen könnten.