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Gold für Elisabeth Meyer PD 05/2015
Gold für Elisabeth Meyer

Leingarten/Nordhausen.
Die Achse Thüringen/Baden-Württemberg hat sich für Elisabeth Meyer als sehr tragfähig erwiesen. 1988 in Nordhausen in Thüringen geboren entwickelte sich die Springreiterin bis heute zu einer sehr erfolgreichen Sportlerin und Pferdekennerin auf der Basis zweier Säulen: Die eine ist die Familie zu Hause in Thüringen mit den Eltern Sabine und Steffen Meyer. Die andere Säule ist in Baden-Württemberg Jürgen Kurz aus Leingarten bei Heilbronn, Ausbilder und Trainer zahlreicher Pferde und Reiter. Wie kam es dazu? Elisabeth Meyer erzählt: „Meine Mutter, von Beruf Gymnasiallehrerin, war zu ihrer aktiven Reiterzeit Dressurreiterin. Der Pferdevirus sprang also von da auf mich über. Hinzu kam nicht nur die Unterstützung durch meinen Vater, der mit Pferden eigentlich nichts zu tun hatte und trotzdem an so manchem Samstagmorgen um fünf Uhr einsatzbereit war, wenn es zum Turnier ging, und durch meine Großeltern. Es wurden aber nie „fertige“, teure Pferde gekauft“, betont die Reiterin. Sie habe von Kindesbeinen an Pferde geliebt und mit fünf Jahren bei der Voltigiergruppe des Nordhäuser Vereins angefangen. Ihr Opa Reinhard Schmidt kaufte der achtjährigen Elisabeth schließlich ein Pony, mit dem sie als Springreiterin anfing. Sie erzählt: „Als ich zwölf Jahre alt war, bekam ich dann mit Arielle das erste Großpferd, eine siebenjährige Stute von Amani, mit der ich meine Reiterei erfolgreich bis Klasse M fortsetzen konnte. Und schon fünf Jahre später wurde ich mit meiner sechsjährigen Stute Fly von Liberty Son/Feuertanz Thüringer Juniorenmeisterin.“

Ein Jahr später musste die junge Reiterin eine nicht einfache Entscheidung treffen, die ihren Lebensweg betraf. Soeben hatte sie das Abitur in Nordhausen bestanden. Was soll sie tun? Studieren, oder das Hobby zum Beruf machen?, standen als Fragen im Raum. Elisabeth Meyer entschied sich für die Pferde. Nicht ganz unschuldig daran dürfte die Tatsache sein, dass sie Jürgen Kurz kennen lernte, Landestrainer in Baden-Württemberg, der in jenen Jahren mehrfach hoch erfolgreich in Thüringen und Sachsen startete, zum Beispiel in Erfurt und Zwickau. In Leingarten bekam sie nun, 400 Kilometer von zu Hause entfernt, eine Ausbildungsstelle und wurde dann nach bestandener Prüfung auch hier übernommen. Ein mutiger Schritt in die Fremde war von Erfolg gekrönt!

Seither ist Elisabeth Meyer eine sehr erfolgreiche Sportlerin, die mit vielen Pferden umgehen kann und ein gutes Gefühl für diese Tiere entwickeln konnte. Junge Pferde auszubilden macht ihr besonders viel Freude, sagt die Sportlerin. Bestätigt wird ihre Arbeit nicht zuletzt durch ihre Siege und Platzierungen. Es sind so viele an der Zahl, dass es für das Goldene Reitabzeichen längst reicht. Bekanntlich besteht die Mindestanforderung für das „Goldene“ in neun Siegen Klasse S* plus einem Sieg in Klasse S**. Das Reglement verrechnet allerdings höherwertige Siege und Platzierungen angemessen. „Meinen ersten Sieg werde ich nicht vergessen“, erzählt Elisabeth Meyer. Den errang sie nämlich in Baden-Württemberg 2009 in Waldachtal-Heiligenbronn mit dem selbst ausgebildeten, erst siebenjährigen Lassandro von LancerIII/Sandro und dazu gleich in einem S**-Springen. „Dass mein Opa, der leider inzwischen verstorben ist, diesen Sieg miterleben konnte, das werde ich auch nicht vergessen“, sagt die junge Frau dem PRESSEDIENST. Familienbande sind trotz der Entfernung beständig und tragend, oft kommt die Mutter der Reiterin zu den Turnieren nach Baden-Württemberg.

2011 war sie erneut mit Lassandro in einem S**-Springen in Bietigheim-Bissingen siegreich. Zwischen 2011 und 2014 errang Elisabeth Meyer mit unterschiedlichen Pferden sieben vordere Plätze in Klasse S** und einen dritten Platz im Finale der Landesmeisterschaft in Schutterwald 2015, einem S***-Springen. Hier hatte sie den von ihr fünfjährig entdeckten und mit Unterstützung des Trainers ausgebildeten Pappa ante portas von Potential/Grannus unter dem Sattel, der jetzt mit David Will aus Pfungstadt erfolgreich unterwegs ist. Elisabeth Meyers Erfolgsliste komplett aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. In der Erfolgsdatenbank der FN sind ihre rund 140 Platzierungen in S-Springen aufgelistet. Nur eines sei noch erwähnt: Dass sie 2014 beim Hallenchampionat in Stuttgart zum ersten Male antreten durfte, das war „ein Highlight“, meint die Reiterin.

Auf ihre Trainer und Ausbilder angesprochen, erwähnt sie in erster Linie Jürgen Kurz für die Baden-Württemberger Basis. Zu Hause in Nordhausen ritt sie unter der Fürsorge von Heinz Ogkler. Auch mit dem Pfungstätter Pferdefachmann und Ausbilder Dietmar Gugler hat sie einen Fürsprecher, der ihr zudem immer wieder gute Nachwuchspferde zur Ausbildung und zum Verkauf anvertraut. Sie vergisst nicht zu erwähnen, dass sie das Vertrauen etlicher Pferdebesitzer genießt. Ihr sportliches Vorbild, so sagt Elisabeth Meyer, sei Marcus Ehning aus Borken, der „immer stilistisch feines Reiten zeigt“. Wird sie nach ihrer eigenen Reiterei und ihrer Selbsteinschätzung gefragt, so zeigt sich Elisabeth Meyer einerseits selbstbewusst, andererseits auch selbstkritisch: „Ich bin fleißig und gewissenhaft. Meine Partner, Menschen wie Pferde, sollen sich auf mich verlassen können und ich bin in gewisser Weise ehrgeizig, ohne zu überziehen. Manchmal bin ich allerdings auch etwas ungeduldig, weil ich zum Perfektionismus neige. Aber die Pferde stehen immer an erster Stelle!“ Was ihr zugute komme, sagt sie, sei die Vielfalt im Umgang mit den unterschiedlichsten, manchmal auch sehr schwierigen Pferdetypen. „Die Pferde und die Arbeit mit ihnen haben mich belastbar gemacht und mir viel Einfühlungsvermögen geschenkt, so dass ich auch starke Nerven im Parcours entwickelt habe.“

Elisabeth Meyer freut sich auf das kommende Turnier in Leingarten (14.-17. Mai 2015). Hier wird ihr nämlich das Goldene Reitabzeichen verliehen. Ihr „Hausturnier“ als Kulisse für die Ehrung auszuwählen, ist für sie auch ein Zeichen des Dankes an ihren Arbeitgeber und Trainer Jürgen

Kurz, der sie unterstützt. Diesen Höhepunkt werden natürlich auch ihre Eltern miterleben, „denen ich so viel zu verdanken habe“, sagt die Reiterin. Und Freunden und Förderern weiß sie auch auf diesem Wege für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zu danken,
„denn alleine ist man selten erfolgreich.“
Martin Stellberger