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Turnierstatistik 2014: Prüfungen, Starts und Preisgelder in Rekordhöhe PD 3/2015
Turnierstatistik 2014: Prüfungen, Starts und Preisgelder in Rekordhöhe

Warendorf (fn-press).
Es ist immer mehr los auf deutschen Turnieren. Die aktuelle Turnier-sportstatistik ist rekordverdächtig, was die Anzahl an Prüfungen und Startplätzen, aber auch die Höhe der Preisgelder betrifft. Mit den Jahresturnierlizenzinhabern ging es 2014 wieder bergauf. Lediglich die Zahl der Turnierveranstaltungen selbst bleibt weiter rückläufig, auch wenn der wetterbedingte Einbruch im Jahr 2013 zum Teil wieder ausgeglichen wurde.

Nach Jahren regelmäßigen Wachstums setzte die Zahl der Reiter und Fahrer mit der Jahrtausend-wende zu einer Talfahrt an. Innerhalb von zehn Jahren stellte die Deutsche Reiterliche Vereini-gung (FN) mehr als 10.000 Jahresturnierlizenzen weniger aus, der bisherige Tiefststand wurde 2012 mit 81.771 Reit- und Fahrausweisen erreicht. Die FN reagierte darauf mit einer Anpassung der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO 2013) und dem Ziel, die Bedingungen vor allem für die berufstätigen Amateure freundlicher zu gestalten. Ob dies gelungen ist, wird das Ergebnis einer großen Online-Umfrage erbringen, das in den nächsten Wochen erwartet wird.

Positive Zahlen
Die jüngste Statistik liefert bereits positive Zahlen. So stieg die Zahl der Jahresturnierlizenz-Inhaber schon im vorletzten Jahr um 0,31 Prozent auf 82.024. Im vergangenen Jahr steigerte sie sich nochmals um weitere 1,48 Prozent auf aktuell 83.240, was insbesondere einer gestiegenen Zahl von Frauen im Sport zu verdanken ist. Zwar ging die Zahl der Erstausstellungen etwas zurück, was jedoch durch ein Plus bei den Lizenzverlängerungen mehr als wettgemacht werden konnte.

Beliebt sind Schnupperlizenzen
Beliebt waren 2014 auch die so genannten Schnupperlizenzen. Sie sind kostenlos und erlauben Einsteigern ohne Reitabzeichen die Teilnahme an LPO-Turnieren und Prüfungen der Klasse E.

Ihre Zahl stieg um 2,69 Prozent von 8.099 auf 8.317 im Jahr 2014. 4.805 davon wurden neu ausgestellt, die übrigen 3.512 wurden um ein Jahr verlängert. Die Schnupperlizenz gibt es erst seit 2013 und es ließ sich nicht abschätzen, wie sie angenommen würde. Im ersten Jahr habe es einen regelrechten Run auf diese Lizenzen gegeben. Daher sei die Zahl der ‚Neuen‘ für die FN besonders interessant, denn sie sei ein Indiz dafür, wie viele Einsteiger pro Jahr den Weg in unseren Sport fänden, heißt es bei der FN.

Weniger Turniere, steigende Wettbewerbszahl, steigende Zahl der Starts
Der positive Trend bei den Reitern und Fahrern setzt sich auf Seiten der Veranstalter allerdings nicht fort. Im vergangenen Jahr wurden 3.536 Turniere in Deutschland gezählt, das sind zwar 44 (1,26 %) mehr als im „Hochwasserjahr“ 2013, jedoch immer noch 73 weniger als 2012 und gar 156 weniger als im Spitzenjahr 2008. Gleichzeitig stiegen die Prüfungen um 2,37 Prozent auf die Rekordzahl von 70.766 an. „Das kann natürlich bedeuten, dass die Veranstalter unseren Empfehlungen folgen und überfüllte Prüfungen nicht nachträglich teilen, sondern diese von vorne herein getrennt mit unterschiedlichen Handicaps ausschreiben. Das wäre in der Tat eine erfreuliche Tendenz“, sagt Otto-Erley, bei der FN für den Turniersport zuständig.

Schwankende Zahlen bei Turnieren und Starts
Noch drastischer ist der Anstieg der Starts um 3,84 Prozent auf 1.536.865 – so viel wie noch nie. Dies bedeutet jedoch: „Auf den Turnieren wird es immer voller“, sagt Fritz Otto-Erley. Besonders hoch sind die Zuwächse in Hamburg (+ 23,02 % Starts), Sachsen-Anhalt (+ 15,65 %), Thüringen (+ 12.54 %) und im Saarland (11,15 %). In einigen Verbandsbereichen war die Entwicklung aber auch gegenläufig. Vor allem der kleine Landesverband Bremen musste einen Rückgang von über 40 Prozent bei seinen Turnieren, Prüfungen und Starts hinnehmen, rund drei Prozent Starts weniger waren es in Sachsen. Interessant ist auch der Blick ins Rheinland, wo – nach einem Boom an Prüfungen und Starts im Jahr 2013 – ebenfalls ein leichtes Minus geschrieben wurde. Hier sank die Zahl der Turniere um 2,87 Prozent auf 305 (2013: 314) und die Zahl der Prüfungen sogar um 3,14 Prozent auf 6.732 (2013: 6.950). Die Zahl der Starts ging allerdings nur um gerade einmal 0,3 Prozent auf 146.639 Starts (2013: 147.079) zurück. „Offensichtlich konnten hier die Rück-gänge bei den Turnieren und Prüfungen noch weitgehend kompensiert werden, trotz Startplatz-begrenzung, von der gerade im Rheinland intensiv Gebrauch gemacht wird“, so Otto-Erley. „Bei durchschnittlich 480 Startplätzen pro Turnier, 2013 waren es übrigens noch 468, scheint jedoch eine Grenze erreicht zu sein. Wenn das so ist, können nur mehr Turniere die Situation entspannen.“

Preisgelder legen zu: Mehr als 32 Millionen Euro
Mehr Reiter, mehr Prüfungen, mehr Starts – das wirkt sich auch auf die Preisgelder aus, die ebenfalls um 1,5 Prozent zulegten. Über 32 Millionen, exakt 32.314.317 Euro, wurden im ver-gangenen Jahr auf deutschen Turnieren ausgeschrieben und davon 28.484.731 Euro an die Pferdebesitzer ausgeschüttet: ein weiterer Rekord in der aktuellen Turniersportstatistik. Nicht zuletzt macht sich das Plus auch beim Bedarf an Turnierpferden bemerkbar. So stieg die Zahl der fortgeschriebenen Turnierpferde um rund ein Prozent von 141.926 auf 143.619, wodurch ein leichter Rückgang bei den Neueintragungen (von 27.623 auf 26.697 Pferde und Ponys) wettgemacht wurde. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass vor allem weniger Turnier-pferde aus deutscher Zucht neu registriert wurden, dafür stieg die Zahl der ausländischen Pferde entsprechend an. Sie stammen vor allem aus den Niederlanden (1.227, 2013: 1.123), aber auch aus Polen (251, 2013: 212), Belgien (288, 2013: 197), Frankreich (113, 2013: 95) sowie weiteren 28

Ländern. „Die Zahlen überraschen mich eigentlich nicht. Das jährliche Aufkommen an neuen Pferden ist seit einigen Jahren relativ konstant. Allmählich machen sich jedoch die geburten-schwachen Jahrgänge in der deutschen Pferdezucht bemerkbar, die offensichtlich durch Käufe im benachbarten Ausland ausgeglichen werden konnten“, sagt Otto-Erley.

Fazit: Vorsichtiger Optimismus
Insgesamt fällt Fritz Otto-Erleys Fazit positiv aus. „Die Statistik zeigt, dass sich der Turniersport offenbar wachsender Beliebtheit erfreut. Die Starterzahlen belegen allerdings auch, dass das vorhandene Angebot immer intensiver genutzt wird. Die weitere Entwicklung wird also vor allem davon abhängen, in wie weit Zahl und Umfang der Turniere mit diesem Wachstum Schritt halten können.“