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Tobias Schwarz: Mit 20 zum Goldenen Reitabzeichen PD 2/2015
Tobias Schwarz: Mit 20 zum Goldenen Reitabzeichen

Herbolzheim-Tuschfelden.
„Es ist schon eine besondere Beziehung“, sagt Tobias Schwarz über seine Stute. „La Belle kämpft für mich und ich versuche im Gegenzug mich bestens um sie zu kümmern.“ Das Pferd hat seit seinen Fohlentagen eine enge Beziehung zu Menschen, da es ab seinem zweiten Lebensmonat von Hand aufgezogen werden musste. Das Pferd stammt aus der gemeinsamen Zucht von Michael Jäger und Vater Thomas Schwarz und steht auch in deren gemeinsamen Besitz. Nach der „Grundausbildung“ absolvierte die Stute erfolgreich die Stutenleistungsprüfung und kam dann unter den Sattel von Tobias Schwarz. Unter Anleitung seines Vaters führte er sie behutsam an die ganz schweren Prüfungen heran. Bereits im Alter von sieben Jahren konnte er erste Erfolge in der Klasse S mit ihr erzielen. Tobias Schwarz ist stolz auf die junge Stute, die „für ihn in den Parcours Höchstleistungen bringt. Ich vertraue ganz auf ihren freudigen Einsatz“. La Belle meistert die schwierigsten Aufgaben. Es ist ein besonderer Erfolg der Arbeit, dass das Paar im Sommer 2013 in den Bundeskader berufen wurde. Im Dezember 2014 wurde Tobias Schwarz allerdings wegen des Erreichens „der Altersgrenze“ aus dem C- Kader Junge Reiter verabschiedet.

Die Erfolge des jungen Mannes mit seinen Pferden, allen voran La Belle, haben sich in den letzten Jahren so gehäuft, dass er 2015 beim ersten großen internationalen Turnier von Baden-Württemberg in Offenburg das Goldene Reitabzeichen verliehen bekommt. Die BadenClassics vom 5. bis 8. Februar 2015, quasi vor der Haustüre des jungen Mannes, werden in der Ortenau den Rahmen abgeben für diese einmalige Ehrung im Leben eines Reiters. Was hat Tobias Schwarz nicht alles schon gewonnen! Im Jahr 2013 begann eine beeindruckende Serie: Bronzemedaille Südbadische Meisterschaften in Ichenheim, Bronzemedaille Baden-Württembergische Meister-schaften in Schutterwald, Silbermedaille Deutsche Meisterschaften der Jungen Reiter in München, Hallenchampion beim Salut- Festival in Aachen, Siege in S-Springen in Achern und Nussbach und im Finale der mittleren Tour in Legelshurst, nationale und internationale Siege und Platzierungen bei Springen bis Klasse S***. Im letzten Jahr kam noch der Sieg im Helvetia Amateur Finale beim Longines CSI in Basel hinzu. Alle anderen Siege und Platzierungen aufzu-zählen würden hier den Rahmen sprengen. Unterm Strich reicht alles zusammen für das Goldene Reitabzeichen, zu dessen „Minimal-Anforderungen“ neun Siege in Klasse S* und ein Sieg in Klasse S** gehören. Mehr als das hat Tobias Schwarz mit seinen Starts in Klasse S*** erfüllt und ist zu Recht stolz auf das Gesamtpaket, das allerdings aufbaut auf fleißige Arbeit mit den Pferden und auf die Unterstützung durch die Familie, durch Claudia Brun, die Besitzerin von Caramello d’Oro, durch Freunde und nicht zuletzt die des Arbeitgebers. Bei letzterem, der Firma Färber in Emmendingen, bei der Schwarz seine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert, hat er zudem besonderes Glück, was der junge Reiter dankbar zu schätzen weiß: Sein Chef, Geschäftsführer Manfred Kempter, ist selbst aktiver Springreiter und zeigt für die Anstrengungen seines Mitarbeiters im Reitsport viel Verständnis und unterstützt ihn. Große Hilfe findet Tobias Schwarz auch in seiner Familie, denn seine Eltern, Thomas und Bettina Schwarz, sowie seine ältere Schwester Nicole gehören ebenfalls zu den Menschen mit „Pferdevirus“. Alle drei sind Springreiter. Es passt also alles sehr gut zusammen, meint Tobias Schwarz, der sich dessen bewusst ist, dass er alleine nichts ausrichten kann. Auf seiner Homepage schreibt er denn auch

an Familie und Förderer gewandt: „Ein herzliches Dankeschön gilt meiner Familie, den Pferde-besitzern und meinen Sponsoren, ohne deren Unterstützung ich diesen schönen Sport nicht in diesem Ausmaß ausüben könnte.“ Dieses „Ausmaß“ schließt inzwischen auch mehrere Starts im Ausland mit ein. 2014 startete Tobias Schwarz als Junger Reiter im Nationenpreis von Bonheiden in Belgien und zweimal schon beim Helvetia Amateur-Finale in Basel. Er steht also im Focus des Bundestrainers, was sehr förderlich ist für die reiterliche Zukunft des Südbadeners, der seine Silbermedaille als Deutscher Vizemeister der Jungen Reiter von 2013 in München als eines seiner wichtigsten Erlebnisse im Reistport bezeichnet.

Tobias Schwarz begann mit sechs Jahren in der Führzügelklasse und als Voltigierer Turnierluft zu schnuppern. Das war dann wohl die Initialzündung für eine starke Entwicklung als Reiter. Viele Jungs in seinem Alter frönen lieber dem Fußball, den Tobias Schwarz auch gerne hat. Aber die Pferde haben etwas ausgelöst, das Tobias als „feeling“ für sensible Pferde bezeichnet. Ehrgeiz, so sagt er, gehört natürlich auch dazu, sonst kommt man zu keinem Erfolg. „Ich habe eine positive Einstellung zu allem was ich tue, insbesondere natürlich für die Pferde und es macht mir viel Spaß, sie auszubilden. Meine La Belle ist das beste Beispiel dafür. Sie habe ich ausgebildet und kann mich deshalb auch auf sie verlassen, wenn Kampfgeist und schnelle Runden im Parcours gefragt sind.“ Auch die anderen Pferde, die er reitet, z.B. Retina S, Caramello d’Oro CH oder Lollipop 6, sind im oder kommen bald in den anspruchsvolleren Sport.

Wer so viel mit Pferden zu tun hat, denkt natürlich auch an eine Zukunft mit Pferden und im Pferdesport: „Wissen Sie“, sagt Tobias Schwarz gegenüber dem PRESSEDIENST, „mein Vorbild ist Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen. Seinen Weg im Sport habe ich immer vor Augen, seine Reiterei und seine Pferde. Neben seinen eigenen Pferden schwärmt Tobias Schwarz auch für ein Pferd, das Geschichte geschrieben hat: E.T. war einst unter Hugo Simon eine ganz große Nummer im internationalen Turniersport. Und Hugo Simon selbst ist bis ins hohe Reiteralter als Springreiter aktiv. Auch deshalb ist er ein Vorbild für den jungen Mann aus Südbaden, dessen aktuelles Lieblingsturnier die Landesmeisterschaften von Schutterwald sind. Bald werden aber noch die BadenClassics (5. bis 8. Februar 2015) dazu kommen, wenn er dort nämlich das Goldene Reitabzeichen verliehen bekommt. Diesen Moment wird Tobias Schwarz zusammen mit seinen Eltern, dem Bruder und der Schwester sowie mit Freunden und Förderern feiern als eine wichtige Etappe auf seinem reiterlichen Weg, wohl wissend, dass im Sport Sieg und Niederlage nahe beieinander liegen. Deshalb passt auch Tobias Schwarz’ Lebensmotto besonders gut zu seinem Sportlerleben: „Gewinnen wollen, verlieren können!“ Eine gute Einstellung, die Bodenhaftung beweist. Martin Stellberger