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Das erste Gold 2003: Lilli Hoffmann erfüllt die Voraussetzungen PD 4/2003
HINTERZARTEN/GRISSHEIM. Das erste Goldene Reiterabzeichen, das in Baden-Württemberg im neuen Jahr verliehen wird, bekommt eine junge Frau aus dem Schwarzwalddorf Hinterzarten. Lilli Hoffmann hatte zuletzt in Radolfzell den noch fehlenden zehnten Sieg in Klasse S errungen. Eigentlich erfüllte die 21 Jahre alte Dressurreiterin am Bodensee mehr als das Soll: sie gewann beim Turnier am Schwäbischen Meer gleich zwei schwere Dressuren, also die Siege zehn und elf!

Die stolze Serie begann mit dem ersten Erfolg mit ihrem Pferd Athlet 2001 in Bad Säckingen-Wallbach. Das südbadische Städtchen des weltberühmten Trompeters scheint indes ein gutes Pflaster zu sein für die junge Reiterin. Denn im vergangenen Jahr gewann sie mit Athlet und Devina viermal! Darunter waren auch zwei Wettbewerbe im St. Georg und Intermediaire I. Lilli Hoffmann reiste 2002 auch nach Kirchzarten und ins nordbadische Nußloch - jedes Mal kam sie mit der Siegerschleife nach Hause. Den persönlich wichtigsten und wertvollsten Sieg erritt sich Lilli Hoffmann im vergangenen Jahr, als sie nämlich in Bilzen in Belgien starten durfte. Dort gewann sie in Klasse S und wurde zudem noch platziert. Auch in England war sie schon mit ihrem Pferd. Im April 2002 errang sie dort die Plätze vier und sieben. Unvergessen ist ihr der Mannschaftssieg im Juli 2002 in Berlin-Neubeeren, wo sie auch zweimal Platz sechs errang. Damals war sie zu einem internationalen Jugendturnier eingeladen worden und gehörte zum deutschen Team. Im Mai letzten Jahres startete sie bei den Essener Youngster Classics, gewann das "Kleine Finale" und landete im "Großen Finale" auf Platz sieben.

Lilli Hoffmann, Tochter einer Rechtsanwältin und Unternehmerin, ist eine waschechte Südbadenerin. Sie wurde in Rheinfelden geboren. Die junge Frau hat sich ein nicht alltägliches berufliches Ziel gesetzt: Nach dem Abitur am Gymnasium Birklehof in Hinterzarten wurde sie BWL-Praktikantin. Noch in diesem Jahr 2003 soll die Übernahme des Reitstalles Wallbach erfolgen, nachdem ihre Ausbildung zum Betriebswirt abgeschlossen ist. Ihr Hobby wird also zum Beruf. Glücklich, wer dies so machen kann. Der Weg dahin schien vorgezeichnet. 1990 begann Lilli Hoffmann mit dem Reiten. Die Ferien waren nur dann richtige Ferien, wenn sie mit Reiten und Pferden ausgefüllt waren. Athlet wurde dann schließlich das erste "Familienpferd" der Hoffmanns und die Mutter förderte nach Kräften. Auch gab es Unterricht bei Profis wie dem früheren Bundeskaderreiter Bernhard Goldschmidt in Kirchzarten.

Der Ehrgeiz hatte die junge Frau, die zum Ausgleich gerne schwimmt, bald gepackt, aber: "Ich bin trotzdem fair und diszipliniert!" sagt Lilli Hoffmann über sich. Ihre Freunde beschreiben sie so: Sie sei zwar sehr zurückhaltend, was fremde Menschen angehe und warte lieber ab, wie man ihr begegnet. Andererseits sei sie geradlinig und berechenbar. Winkelzüge, Hinterhältigkeiten seien ihr ein Gräuel. Lilli Hoffmann sei sehr selbstbeherrscht und verabscheue im Gegenzug Unbe-herrschtheiten anderer. Diese Eigenschaften sind gerade im Umgang mit Pferden von großer Bedeutung, sollen sie sich zu starken Leistungen motivieren lassen. Die junge Frau will ihre noch "kurze" Karriere in der "S-Klasse" weiterentwickeln um möglichst lange "mitreiten zu können!"

Lilli Hoffmann möchte die Verleihung des Goldenen Reiterabzeichens in heimat-lichen Gefilden genießen. Sie hat sich gewünscht, dass das Turnier im südbadischen Grißheim bei Bad Krozingen den feierlichen Rahmen dafür geben soll. Das Turnier findet vom 21.-23. März 2003 statt. Veranstalter ist der Markgräfler Reitverein Buggingen. Bleibt noch der Gruß der Reitergemeinde des Landes für Lilli Hoffmann und die guten Wünsche für ihre weitere Reiterei.
Martin Stellberger