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Martin Hammel reitet künftig mit Gold am Revers PD 10/2014
Martin Hammel reitet künftig mit Gold am Revers

Linkenheim-Hochstetten.
Seit 2011 richtet sich das Interesse von Martin Hammel aus Linkenheim-Hochstetten auf ein ganz besonderes Ereignis: die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens. Dafür musste der 33jährige Spring- und Dressurreiter eine ganze Menge an Arbeit und Zeit in seine Pferde und deren Ausbildung stecken. Denn das „Goldene“ ist zwar von vielen Pferdefreunden begehrt, wird aber nicht inflationär sondern nur als besondere Anerkennung für sportliche Erfolge von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verliehen. Im Falle Martin Hammels, der Springen und Dressuren reitet, greift die kombinierte Regelung, d.h. im Einzelnen: Hammel muss laut Ausbildungsprüfungsordnung (APO) der FN „fünf Platzierungen in Dressurprüfungen Klasse M** an erster bis dritter Stelle nachweisen. Je drei Platzierungen können durch eine Platzierung an erster bis fünfter Stelle in Dressurprüfungen Klasse S ersetzt werden und fünf Platzierungen in Springprüfungen Klasse M/Kategorie A bzw. M** an erster bis dritter Stelle. Je drei Platzierungen können durch eine Platzierung an erster bis fünfter Stelle mit höchstens vier Strafpunkten in Springprüfungen Klasse S ersetzt werden.“ Was ein wenig kompliziert klingt, ist von der FN durch- und für Reiter gedacht, die Dressur und Springen reiten. Sie haben so eine Chance, Erfolge aus beiden Disziplinen zu kombinieren. Diese Möglichkeiten hat Martin Hammel mit Dressurerfolgen bei den Turnieren von Linkenheim-Hochstetten, Nußdorf und Reilingen zwischen 2011 und 2014 genutzt und die Voraussetzungen erfüllt und dabei seine beiden Pferde Lacardia und Percy eingesetzt. Die Dressurpferde sind im Besitz von Christina Freitag aus Karlsruhe und werden Martin Hammel zeitweise zur Verfügung gestellt. Deren Pferde hat er allerdings nicht selbst ausgebildet. Für die Springwettbewerbe sattelte er zwischen 2011 und 2014 die Pferde Chipolino, Grandeur’s Goldika, Casimir und Bella Bianca. Die Erfolge sammelte er in Schwetzingen, Eggenstein, Pilippsburg und mehrfach bei den Turnieren in Waghäusel-Wiesental.

Der gelernte Pferdewirt Martin Hammel, der sich nach dem Abitur ganz der Reiterei widmete, arbeitet als Reitlehrer und Betriebsleiter der Reitanlage Hubertushof GmbH & Co.KG in Linkenheim-Hochstetten. Große Freude bereitet ihm dabei die Ausbildung junger Pferde und natürlich auch die Arbeit mit Reitern, die er gerne in den Sport bringt und fördert. Daneben gehört das erfolgreiche Management der großen Reitanlage zu seiner Arbeit. Die Reiterei wurde ihm zudem schon in die Wiege gelegt. Sein 1995 verstorbener Vater Erwin Hammel war ebenfalls Pferdewirtschaftsmeister und erfolgreicher Springreiter mit Stationen in Mannheim, Donaueschingen und Wiesbaden. Auch Martin Hammels Mutter, Petra Michalowsky-Hammel, ist Pferdewirtschaftsmeisterin, die zu ihrer aktiven Zeit Landesmeisterin der Springreiter war. So ist der neue „Goldreiter“ also in bester Familientradition unterwegs. Er betont: „Ich freue mich über die S-Platzierungen ganz besonders deswegen, weil ich viele davon mit Pferden erlangt habe, die ich selbst ausbilde. Mein Ziel sind aber auch Siege in Klasse S in beiden Disziplinen, Dressur und Springen.“

Martin Hammel, der seit seinem vierten Lebensjahr reitet, hat während seiner Laufbahn als Reiter etwas Wichtiges erfahren und gelernt. Er beschreibt das so: „Das wichtigste, das man beim Reiten zu lernen hat, ist Demut. Denn ohne gesunde und leistungsbereite Pferde und ohne Menschen, die einen unterstützen, ist man nichts! Außerdem ist sportlicher Erfolg nicht alles.“ Das ist eine gute Einstellung, die er nicht nur durch die Ausbildung bei den Eltern sondern auch bei den Ausbildern Gilbert Böckmann in Lastrup und Reinhard Fleer aus Eggenstein sowie im Besonderen bei Olaf Nowak aus Göbrichen vertiefte, bei dem Martin Hammel seit seinem 14. Lebensjahr trainiert. Martin Hammel, der mit der Physiotherapeutin Jennifer Sinnigen zusammenlebt, sagt über seine reiterlichen Fähigkeiten: „Ich kann mich gut auf Pferde und Reitschüler einstellen und gebe mich deren Ausbildung mit ganzer Kraft hin.“ Im Sport sieht er sich eher als „zurückhaltender Reiter“ an: „Ich bin kein Siegreiter um jeden Preis. Ich gehe nicht gerne volles Risiko. Das bin ich den Pferden schuldig.“ Diese Haltung im Sport schätzen auch seine beiden Sponsoren Christina Freitag und die Familie Griesinger-Scherbel aus Eggenstein-Leopoldshafen, die ihm ebenfalls ihre Pferde zur Verfügung stellt. Und so kann sich Martin Hammel mit gutem Gewissen auf sein „Heimturnier“ bei der Reitsportgemeinschaft Linkenheim-Hochstetten freuen, wo er als dessen zweiter Vorsitzender amtiert und am 27. September mit dem Goldenen Reitabzeichen geehrt wird. Das wird ein Fest mit vielen Freunden. Martin Stellberger