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Uwe Eberhardt gehört jetzt zu den „Gold“-Reitern PD 9/2014
Uwe Eberhardt gehört jetzt zu den „Gold“-Reitern

Giengen an der Brenz.
Mit Uwe Eberhardt aus Giengen stellt der PRESSEDIENST in dieser Ausgabe den vierten Reiter vor, der das Goldene Reitabzeichen bekommt. Der Springreiter darf beim Turnier in Heidenheim-Aufhausen am 6. September 2014 diese einmalige Ehrung entgegennehmen. Einmalig deshalb, weil jeder Pferdesportler nur einmal im Leben dieses Goldene Reitabzeichen bekommen kann. Deshalb wird es auch von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung feierlich „verliehen“. Während Medaillen und Titel bei Meisterschaften und Championaten wiederholbar sind, stellt das „Goldene“ deshalb eine ganz besondere Ehrung für Pferdesportler dar. Voraussetzungen für die Verleihung sind ausschließlich sportliche Erfolge in der schweren Klasse. Das heißt im Falle des Springreiters Uwe Eberhardt, dass er mindestens neun Siege in Klasse S* vorweisen muss und dazu einen Sieg in Klasse S**. Höherklassige Erfolge können auf die vorgegebene Erfolgsliste angerechnet werden.

Uwe Eberhardt hat zwischen 2008 und 2014 sechs Pferde eingesetzt. Seine beiden Top-Pferde sind dabei Na Denn von Wolfgang/Lektor und Candela von Chambertin/Polydor. Beide Pferde stehen im Besitz der Eltern des Reiters, Helga und Werner Eberhardt. Sie waren früher selbst Turnierreiter und betreiben in Giengen eine Reitanlage und einen Pensions- und Aufzuchtsstall. 80 Pferde stehen dort in den Ställen. Candela hat die Familie als Fohlen gekauft und selbst ausgebildet. Mit Na Denn begann der Reigen der S-Siege im September 2008 in Babenhausen. Es folgten 2009 und 2012 Siege in Rot am See und Gerolfingen. Fünf S-Siege kamen mit Candela zwischen 2010 und 2014 dazu, zum Beispiel bei Turnieren in Illertissen, Heidenheim, Ilsfeld und Killingen. Zwei weitere S-Siege gab es mit den Pferden Ashias Little Lord von Lupicor/Amor und Sydney von Favory AA/Bernaul xx. Diese beiden Pferde gehören Eberhardts Freund und Förderer Klaus Kaufmann aus Aalen. Der Sieg in S** fehlte aber noch im Ensemble. In Stutensee-Spöck versuchte sich Eberhardt mit Na Denn im April dieses Jahres in Klasse S** und kam hier mit dem vierten Platz nach Hause. „Geht doch!“ dachte sich der Reiter und startete in Rot am See im Juli erneut in S**, allerdings diesmal mit Candela, der er ja schon fünf S-Siege zu verdanken hat. Ergebnis: Erster Sieg in Klasse S**! Die Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen waren damit erfüllt.

Freilich, die Reiterei besteht auch für Uwe Eberhardt nicht nur aus Siegen. Wer hoch hinaus will, muss unten anfangen. Und damit wird klar, dass zum Erfolg auch Fleiß und Ausdauer gehören. Beide Eigenschaften hat der junge Mann aus Giengen, der sich selbst als zielorientiert aber geduldig beschreibt. Dabei hat seine sportliche Laufbahn zunächst im Fußball seines Heimatortes begonnen, wo er in der D, E und F-Jugend spielte. Bis zu seinem 14. Lebensjahr betrieb er vor allem Leichtathletik bei der LG Brenztal und gehörte auch dem Landeskader an. Weil aber seine Eltern erfolgreiche Pferdezüchter sind und der Opa Hufschmid und auch Pferde züchtete, blieb es nicht aus, dass Eberhardt als Bub aufs Pferd kam. „Mit zwölf habe ich eigentlich das Reiten erst richtig ernst genommen“, erzählt Uwe Eberhardt. „Ich habe ein Pony und erste Reitstunden von meinem Opa bekommen.“ Wer in einem solchen Umfeld ans Pferd herangeführt wird, muss sich nicht wundern, wenn der Pferdevirus greift. Die Entwicklung als Reiter nahm ihren Gang und wurde dabei kräftig von Uwe Carstensen aus Riedheim unterstützt, einem ausgewiesenen Könner als Springreiter, seit 2000 selbst Träger des Goldenen Reitabzeichens (s. PRESSEDIENST 5/2000).

Nach dem Abitur wurden die Weichen nochmals deutlich in Richtung Pferdesport justiert: Uwe Eberhardt ging nach Ellwangen, wo er bei Thomas Konle als Bereiter arbeitete. Doch Uwe Carstensen ist auch heute noch als Trainer Eberhardts tätig. Nach seiner Zeit am Stall Konle kehrte Eberhardt zurück auf die Schulbank und studierte von 2009 bis 2014 in Heidenheim, wo er seinen Bachelor of Engineering erwarb. Heute arbeitet der Maschinenbauingenieur als Fertigungsplaner bei der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Dillingen an der Donau.

Fragt man Uwe Eberhardt nach seinen sportlichen Zielen für die Zukunft, so gibt er zwei Ziele an: „Erstens möchte ich im November dieses Jahres in der Schleyer-Halle in Stuttgart beim großen Reitturnier German Masters über die laufende Freiland-Qualifikation ins Finale des BW-Bank-Hallenchampionats kommen. Das ist die Turnierserie, in der sich die besten Springreiter des Landes miteinander messen. Außerdem möchte ich gerne in absehbarer Zeit mein erstes Drei-Sterne-Springen gewinnen.“ Zu wenig ist das nicht als sportliches Ziel, denn einerseits ist die Qualifikation für das Hallenchampionat nur über mehrere Turniere erreichbar, die man als Reiter möglichst alle besuchen sollte, und der erste Drei-Sterne-Sieg ist ebenfalls keine einfache Nummer. Schließlich muss auch Uwe Eberhardt dafür hart arbeiten und dann gibt es auf diesem Niveau zahlreiche Reiter, die sich dasselbe Ziel setzen. Sportlicher Wettstreit aber ist dem 26jährigen von Kindesbeinen an vertraut, so dass ihn das eher befeuern wird. Ein gesunder Ehrgeiz wird ihm ohnehin bescheinigt. Motivation für die Ziele zieht Uwe Eberhardt sicher auch aus der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens, das er beim Turnier in seinem Geburtsort Heidenheim zusammen mit der Familie, Freunden und Weggefährten feiern wird.
Martin Stellberger