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Daniel Armbruster reitet künftig mit Gold am Revers PD 9/2014
Daniel Armbruster reitet künftig mit Gold am Revers

Appenweier.
Die Reiterwelt schreibt manchmal bemerkenswerte Geschichten: Daniel Armbruster wurde am 2. November 1975 in Offenburg geboren. Just an diesem Tag wurde sein Vater Werner als Springreiter Ortenauer Ringmeister beim Turnier in der Oberrheinmesse in Offenburg. So in eine Reiterfamilie hineingeboren zu werden, musste unbedingt Wirkung zeigen, zumindest auf lange Sicht, denn das „Pferdevirus“ arbeitet langsam aber stetig. Als Daniel Armbruster in die Ponyjahre kam, lernte er reiten und bekam mit seinen irischen Ponys Coolmore Champ und Hector zwei Weggefährten, die ihm erste Erfolge schenkten. 1990 gab es den ersten großen Titel: Daniel Armbruster wurde Landesmeister der Ponyreiter und wurde zur Deutschen Jugendmeisterschaft entsandt. Von dort kehrte er mit dem vierten Platz nach Hause zurück. Bei seinem Reitverein Schutterwald machte das natürlich auch mächtigen Eindruck. Zu verdanken hatte der junge Reiter nicht nur seinen Eltern den Erfolg. Damals bekam er Unterricht von John Brocklebank aus Waldachtal, dem aus Irland stammenden Vielseitigkeitstrainer und Kurt Maier aus Aischbach-Gültstein, einer der erfolgreichsten Springreiter und Ausbilder des Landes.

Die stetige Arbeit mit den Pferden ließ weitere Erfolge nicht lange auf sich warten: 1993 wurde Daniel Armbruster mit seinem Pferd Cartier vor heimischer Kulisse beim Reitverein Schutterwald Landesmeister der Junioren. Im Jahr darauf folgte der fünfte Platz beim Preis der Besten in Warendorf in der Kategorie der Jungen Reiter und damit die Berufung 1994 in den Bundeskader der Jungen Reiter, wo er weiteren Schliff vom damaligen Bundestrainer Fritz Ligges aus Herbern bekam. Weil es damals noch die Wehrpflicht gab, tat sich die Chance auf, die reiterliche Arbeit mit dem Dienst fürs Vaterland zu verbinden. Daniel Armbruster wurde 1996 in die Sportkompanie der Bundeswehr in Warendorf berufen. Das war schon eine ganz besondere Anerkennung. Dort ritt er unter der Regie von Lutz Merkel aus Versmold und entwickelte sich auch hier weiter.

Aber irgendwann steht auch die Berufsausbildung im Vordergrund. Nach dem „Bund“ schrieb sich Daniel Armbruster 1997 an der Universität Mannheim als BWL-Student ein. Die Zeit an der Hochschule organisierte sich der junge Mann so, dass er daneben seine Reiterei weiter betreiben konnte. Unterricht bekam er damals von Willy Voss aus Zeutern. Gleichzeitig engagierte sich Armbruster ehrenamtlich im Hochschulsport und trat als Studentenreiter bei Turnieren an und nahm dreimal an Deutschen Hochschulmeisterschaften teil. Im Jahr 2000 gab es für den jungen Schutterwalder einen ganz besonderen Titel: Mit dem deutschen Hochschulteam errang er die Mannschaftsweltmeisterschaft der Studentenreiter in Bern. Er selbst trug sich in der Einzelwertung auf dem fünften Platz ein. Ein stolzer Erfolg! Das ehrenamtliche Engagement hat Daniel Armbruster neben der Reiterei auch von seiner Familie mitbekommen, die sich damals schon im Reitverein Schutterwald beispielhaft einsetzte. Also war sich Daniel Armbruster nicht zu schade, als Vorstandsmitglied des Deutschen Akademischen Reiterverbandes e.V. (DAR) mitzumachen. Seit 2006 hat er dieses Amt inne.

Beruflich ging es für Daniel Armbruster neben der Reiterei auch vorwärts. 2002 stieg er im elterlichen Betrieb ein und ist seit 2007 Geschäftsführer der Armbruster Teigwaren GmbH in Willstätt. Sportlich blieb er allerdings seinen Studenten verbunden und wurde 2008 als Technischer Verantwortlicher des Internationalen Hochschulsportverbandes FISU für die Studenten-Weltmeisterschaft der Reiter engagiert. 2008 fand diese in Algier statt. Diese WM findet alle zwei Jahre statt und Armbruster stellte sich 2010 in Sangju in Südkorea und 2012 in Aachen zur Verfügung. Bei der Studenten-WM in diesem Jahr in Abu Dhabi war Armbruster erneut als Technischer Verantwortlicher mit von der Partie. Parallel war er von 2007 und 2008 Kassenprüfer im Pferdesportverband Südbaden und von 2010 an für zwei Jahre dessen Schatzmeister. Seit 2010 ist er wieder Kassenprüfer.

Und die Turnierreiterei? Nun, die ließ Daniel Armbruster nicht aus den Augen: Ihn reizte der Sport und so ist es nicht verwunderlich, dass sich aus seinen ungezählten Turnierauftritten und Erfolgen diejenigen herauskristallisierten, die für das Goldene Reitabzeichen relevant sind: Begleitet haben ihn dabei seine beiden Pferde Cartier, ein Calypso II/Marlon xx-Sohn, und Camelot von Cantus/Lombard. Mit ihnen sammelte der Schutterwalder seit 1994 Erfolge als Springreiter in der schweren Klasse. Sein erster S-Sieg der zehn für das „Goldene“ vorgeschriebenen S-Siege erlangte er mit Cartier 1994 in Mosbach. Das war damals ein internationales Mannschaftsspringen. Mit den Jahren folgten Siege in Legelshurst, Lahr, Achern und Ötigheim. Bei letzterem hatte Armbruster seinen Camelot unter dem Sattel. Es folgten ab 2000 mit Camelot Siege in Kraichtal, Brühl, Bisingen-Hohenzollern und Waghäusel. Der jüngste S-Sieg kam im Juli dieses Jahres in Schwetzingen aufs Konto seines achtjährigen Pferdes Alvaro von Atlantus As/Le CouCou, das er schon als vierjähriges Jungtalent erworben und selbst ausgebildet hat. Soweit die Erfolge für das Goldene Reitabzeichen.

Die langen Jahre des Reitsports im Leben Daniel Armbrusters weisen aber noch eine ganze Reihe weiterer, schöner Erfolge und Ehrungen auf: Als Pony-Reiter errang er in der Vielseitigkeit 1989 in Alsfeld mit der Mannschaft bei der „Goldenen Schärpe“ im Deutschlandpreis den sechsten Platz. 1992 gab es Silber bei der Süddeutschen Meisterschaft in Mainz. 1993 wurde Daniel Armbruster in Schutterwald Junioren-Meister und beim Preis der Besten in Warendorf errang er die Plätze fünf und neun. 1995 gewann er in Dortmund das Finale des DEKRA-Förderpreises und kam im Zuge seines Wehrdienstes in den Bundes D/C-Kader. 2001 wurde er mit dem FN-Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

Und nun, 2014, ist das „Maß voll“ für das Goldene Reitabzeichen. Das wird ihm beim Turnier in Nussbach am 17. August verliehen. Das „Goldene“ ist im Übrigen eine ganz besondere Auszeichnung: Es wird für entsprechende Erfolge von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung „verliehen“. Medaillen und Meistertitel lassen sich zwar nicht beliebig aber dennoch wiederholen, wenn man fleißig „dranbleibt“ an der Arbeit mit den Pferden. Aber das Goldene Reitabzeichen gibt es ein einziges Mal im Leben eines Pferdesportlers. Das ist das Besondere an dieser Ehrung. Dazu gratuliert dann auch in Nussbach die dort anwesende Reitergemeinde und an dieser Stelle auch die Redaktion des PRESSEDIENSTES.
Martin Stellberger