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Alexandra Stadelmayer – mit 22 zum Goldenen Reitabzeichen PD 9/2014
Alexandra Stadelmayer – mit 22 zum Goldenen Reitabzeichen

Geislingen.
Sie ist gerade einmal 22 Jahre jung und kann sich einen Traum erfüllen, der sich für so manchen Pferdefreund nur über viele Jahre verwirklichen lässt. Manchmal bleibt das Goldene Reitabzeichen für immer ein Traum. Nicht für Alexandra Stadelmayer aus Geislingen. Die junge Dressurreiterin hat gerade ihren Bachelor of Arts erlangt und den Studiengang „BWL mit Schwerpunkt Logistik“ abgeschlossen und arbeitet bei der Firma prolog-brand logistics GmbH in Geislingen. Das Organisieren hat sie also gründlich gelernt und nutzt diese Fähigkeiten offenbar auch im Reitsport, denn wer so viele Turniererfolge vorzuweisen hat wie sie, muss da schon Beruf, Training, Lehrgänge und Turnierzeiten unter einen Hut bringen, zumal Alexandra Stadelmayer mit zwei starken Pferden unterwegs ist.

Einmal sattelt sie ihren Lord Lichtenstein, ein Sohn von Lord Loxley/Garibaldi, ein anderes Mal Dix von Donnerschlag/Westernstar. Letzterer, so erzählt Alexandra Stadelmayer, ist inzwischen als „Rentnerpferd“ auf der Weide. Ihre reiterliche Karriere begann freilich als Kind unter der Obhut der Eltern Hans und Ulrike Stadelmayer. Der Vater betreibt ein Architekturbüro und Mutter Ulrike vererbte der Tochter wohl den Pferdevirus. Sie ist nämlich nicht nur die Tochter des bekannten Ausbilders Fritz Stahlecker sondern selbst erfolgreiche Grand-Prix- Reiterin.

Dass also so die Grundlagen für die höhere „Reitschule“ gefestigt wurden, liegt auf der Hand. Als 12jährige konnte Alexandra ihren Ehrgeiz schon unter Beweis stellen und startete 2004 mit Dix zum ersten Male in einer S-Dressur! Mit 14 Jahren wagte sich die junge Reiterin in Waiblingen an eine Intermediaire II (S***) und wurde Zweite. 2007 folgte mit Dix der erste Sieg in Klasse S und zwar beim Turnier in Böblingen. Für die ambitionierte Reiterin war es logische Folge, dass sie in der Serie für junge Reiter, dem Piaff-Förderpreis, startete. 2013 und 2014 konnte sie hier Erfahrungen sammeln. Die Bundestrainerin schaut sich in dieser Serie die Grand-Prix-Reiter unter 25 Jahren genau an. Auf ihren Erfahrungen und Einschätzungen basieren dann weitere Einsätze der 15 Besten, zu denen in diesem Jahr auch Alexandra Stadelmayer gehört und die dann bei den großen Turnieren von Balve, Wiesbaden, Verden und Donaueschingen an den Start gehen darf. Was am Ende dabei herauskommen soll? Ein Start der besten Acht im Finale des Piaff-Förderpreises beim Stuttgart German Masters im November! Das wäre schon ein Knaller für sich, dort starten zu dürfen.

„Meine frühen Erfolge haben mich entscheidend geprägt!“ sagt Alexandra Stadelmayer dem PRESSEDIENST. Denn mit dem Jahr 2007 begann eine Serie von hochwertigen Siegen und Platzierungen, die für eine so junge Reiterin unglaublich erscheint. Aus der langen Liste ihrer Erfolge schälen sich also die heraus, die für das Goldene Reitabzeichen relevant sind: Zwischen 2007 und 2013 gab es mit Dix einen Sieg in Klasse S in Böblingen und zwei zweite Plätze in Waiblingen und Ingolstadt. Die restlichen sieben Erfolge gehen auf das Konto von Lord Lichten-stein: Ein S-Sieg in Göppingen und zwei Siege in S*** jeweils auch in Göppingen, zwei zweite Plätze in Walldorf und Waiblingen und je einen dritten und fünften Platz in Donaueschingen und Ingolstadt. Üblicherweise müssen Reiter für das Goldene Reitabzeichen mindestens neun Siege in S* und einen in S** vorweisen. Im Falle von Alexandra Stadelmayer muss man etwas anders rechnen, weil die höherwertigen Erfolge und Platzierungen in S*** die Siege in Klasse S* und S** ersetzen können.

Die Erfolgsgeschichte der jungen Frau, zu der auch der kürzlich in Schutterwald errungene Titel der Landesmeisterin gehört, hat natürlich ihre Gründe darin, dass sie sich selbst als ehrgeizig, zielstrebig und vor allem in Prüfungssituationen als nervenstark bezeichnet. Dieses Selbstbewusst-sein, gepaart mit einer hervorragenden Ausbildung durch ihre Mutter und den Großvater, überträgt sich auf die Pferde, die Alexandra Stadelmayer reitet. Ihr Gefühl für Pferde ist sehr ausgeprägt. Deshalb freut sie sich auch schon über die Entwicklung ihres Nachwuchspferdes, das jetzt gerade sieben Jahre alt ist. „Mit meinem Nachwuchspferd Duke of Swing von Don Romantik/De Niro sammle ich jetzt schon Turniererfahrung, damit ich im nächsten Jahr erste Drei-Sterne-Prüfungen reiten kann. Ich möchte langfristig mit selbst ausgebildeten Pferden auch internationale Drei-Sterne-Prüfungen bestreiten.“

Jetzt aber gibt es zunächst einmal ein kleines Fest beim Turnier in Weilheim/Teck (29.-31. August 2014). Dann nämlich wird Alexandra Stadelmayer zu den „Goldreitern“ zählen und das begehrte Abzeichen am Revers tragen. Diese Ehrung hat im Übrigen eine Besonderheit: Während Medaillen und Meistertitel immer wiederholbar sind, ist die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens eine einmalige Ehrung im Leben jedes Pferdesportlers. Sie wird als höchste Sportauszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung außerhalb von Championaten und Meisterschaften verliehen. Dazu herzlichen Glückwunsch!
Martin Stellberger