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Carsten Lahm - Gold für langen Atem PD 12/2002
MONSHEIM. Carsten Lahm ist in der Reiterwelt kein Unbekannter. Mit dazu beigetragen hat auch sein älterer Bruder Markus, der schon 1996 Mannschafts-Europameister der Jungen Reiter und Landesmeister 1997 der Senioren geworden war. Wie der Ältere, so gehört auch der Jüngere der Lahm-Brüder, die eigentlich in Monsheim wohnen, schon seit Jahren dem Reitverein Mosbach an. Und das hat einen Grund, einen gravierenden Grund: Dort ist Karl-Heinz Streng Reitlehrer und Landestrainer in einer Person. Reitmeister Streng gehört zu den profiliertesten Ausbildern und hat einen hervorragenden Ruf über Baden-Württemberg hinaus. Aus seiner Schule kommen viele der besten Springreiter des Landes.
Carsten Lahm, dem während des Internationalen Reitturniers Stuttgart German Masters (20.-24.11.2002) das Goldene Reiterabzeichen verliehen wurde, weiß, dass er seinem Lehrmeister viel zu verdanken hat. Der 24-jährige Reiter lohnte ihm denn auch die Arbeit durch eine stolze Karriere mit vielen Erfolgen. Doch nicht allein von Reitmeister Streng hängt die Erfolgsgeschichte ab. Zum Reiten und zum Siegen gehören auch die Pferde. Carsten Lahm hat alle seine zehn Siege und weitere zehn zweite Plätze in Klasse S seiner Stute Werdandi zu verdanken, mit einer Ausnahme: Bonheur des Saules bescherte Lahm 1999 einen S-Sieg in Legelshurst.
Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte Carsten Lahms - wie könnte es anders sein - unter den Augen von Karl-Heinz Streng mit dem ersten S-Sieg beim Turnier in Mosbach 1995. Dann folgten im Jahresabstand Siege in Öhringen, Mannheim und Legelshurst, bis er ab 2001 eine ganze Serie von S-Siegen hinlegte, zuletzt in Bodenheim. Seine Eltern förderten ihn wie den Bruder gleichermaßen. Und so kann Carsten Lahm auch auf Meistertitel zurückschauen: 1995 wurde er Deutscher Meister der Junioren, ein Erfolg, "der eines meiner prägendsten Erlebnisse war", sagte der junge Mann dem PRESSEDIENST. 1995 ritt er erstmals bei der Europameisterschaft in Berlin. Mit dem deutschen Team als Junger Reiter errang er 1999 in Münchwilen EM-Bronze und kam in der Einzelwertung auf Platz sieben. Dazwischen wurde er 1996 Landesmeister in Schutterwald. Gerne erinnert sich der junge Mann an seine Starts in Italien und Belgien 1995 sowie 1999 in Frankreich und in der Schweiz. Seine reiterlichen Fähigkeiten ließ Carsten Lahm indes immer wieder von namhaften Ausbildern "überprüfen". Lehrgänge führten ihn zu Alois Pollmann-Schweckhorst, Wilhelm Bettinger und zu dem Franzosen Hubert Bourdy. Seine Stärken, so sagt der gelernte Immobilienkaufmann mit Diplom - zur Zeit arbeitet er als Projektentwickler - über sich, sind Disziplin, gute Nerven und eine gute Portion Optimismus. Das ganze Bündel wird ergänzt durch seine Fähigkeit, sich im entscheidenden Moment auf "einen Punkt" konzentrieren zu können.
Was denn in seiner Karriere besonders wichtig für ihn sei, fragte der PRESSEDIENST. Carsten Lahm hatte eine klare Antwort: "Das Wichtigste in meiner Sportlerlaufbahn war und ist meine Stute Werdandi. Mit ihr und durch sie kam ich in den Landeskader, in den Bundeskader, auf Deutsche Meisterschaften und ich durfte zu Europameisterschaften. Jedes S-Springen habe ich mit ihr gewonnen. Seit fast zehn Jahren kämpft sie für mich ohne einmal krank gewesen zu sein. Mit Werdandi möchte ich am liebsten noch einmal zehn Jahre erleben!" Ein dankbarer Reiter ist auch ein guter Reiter! Herzlichen Glückwunsch zum Goldenen Reiterabzeichen. Übrigens. Im Finale zum LBBW Hallenchampionat beim Stuttgarter Turnier wurde Carsten Lahm mit seiner Werdandi Zehnter.
Martin Stellberger