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Kinder sind ein unterschätzter Wachstumsmarkt für Reitschulen PD 07/2014
Kinder sind ein unterschätzter Wachstumsmarkt für Reitschulen
FN-Arbeitsgruppe „PM-Ponyspaß“ hat kleine Kinder und kleine Ponys im Fokus

Warendorf (fn-press).
Seit Anfang des Jahres gibt es die Ergänzungsqualifikation „Kinderreit-unterricht“ in der Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO). Wie wichtig es ist, Trainer speziell für das Unterrichten von kleinen Kindern zu schulen, zeigen die Mitgliederzahlen der Deutschen Reiter-lichen Vereinigung: „2010 waren die Mitglieder in deutschen Reitvereinen im Durchschnitt 41 Jahre alt, in Frankreich hingegen nur 13 Jahre“, sagt Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der FN-Abteilung Jugend. In den vergangenen drei Jahren hat sie verstärkt über die Grenze geschaut, um das Geheimnis des französischen Erfolges herauszufinden. „Dort haben die Clubs erkannt, dass sie schon die ganz Kleinen für den Pferdesport gewinnen müssen, und sie haben ihr Angebot mit kleinen Ponys darauf ausgerichtet.“

Die deutschen Reitvereine auf diese Marktlücke aufmerksam zu machen, die Verantwortlichen zu motivieren, auch hier entsprechende Angebote zu schaffen, die Ausbilder in die Lage zu versetzen, den kleinen Reiternachwuchs zu begeistern, dieser Mission widmet sich Maria Schierhölter-Otte nicht erst seit ihren Besuchen in Frankreich. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören seit über zwanzig Jahren alle Maßnahmen, die Kinder und Pferde zusammenbringen, wie zum Beispiel Kooperationen von Kindergärten und Schulen mit Reitvereinen und Pferdebetrieben. Dennoch hat sie das Thema, befeuert durch ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in Frankreich, noch einmal forciert und neue Mitstreiter gefunden. Die Persönlichen Mitglieder der FN unterstützen verschiedene Maßnahmen, die den Stein weiter ins Rollen bringen sollen.

Eine Arbeitsgruppe treibt die Dinge unter dem Namen „PM Ponyspaß“ voran. So entstanden Ideen für die Ausgestaltung der Ergänzungsqualifikation „Kinderreitunterricht“ und diverse Materialien wie zum Beispiel die Broschüre „Hilfe, mein Kind ist pferdeverrückt“, die Reitschulen als Elterninformation bei der FN bestellen können. Zu den größeren Projekten gehört eine Doktorarbeit der Universität Würzburg, die zum einen die Gelingensfaktoren von Kooperationen zwischen Vereinen/Betrieben und Schulen/Kindergärten auswertet, zum anderen widmet sich die Arbeit auch der positiven Wirkung des Pferdesportes auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – ein Forschungsthema, das der Verband schon seit längerem beackert.

Überzeugten Reitschulen und fähigen Ausbildern muss aber noch ein Hindernis aus dem Weg geräumt werden: Es fehlt an geeigneten Ponys. Und geeignet heißt vor allem klein – und brav. „Wo ich kann, spreche ich die Züchter an, diesen Markt zu bedienen. Wir wissen, dass die Reitschulen, die kleine Kinder als Zielgruppe haben – egal ob ab drei oder ab sechs Jahren, händeringend gute Ponys suchen.“ Ist das Pony gefunden, stellt sich vielen Ausbildern die nächste Frage: Wer bzw. wie kann man die kleinen Vierbeiner ausbilden. „Es hat sich schon einiges bewegt. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die noch anstehenden Aufgaben bewältigen.“ Dazu zählt zum Beispiel die von vielen Ausbildern ersehnte „Kinderreitlehre“, sozusagen das Buch zur Ergänzungsqualifikation Kinderreitunterricht.

Die demografische Entwicklung und ihre Folgen haben die Erkenntnis beschleunigt: Für den Pferdesport und das Hobby Reiten ist der Ausbau von Angeboten für die ganz Kleinen von zentraler Bedeutung. Welches Hobby und welchen Sport Kinder ergreifen, entscheidet sich meist bereits im Kindergartenalter. „Das haben auch andere Sportarten erkannt. Um die ganz Kleinen ist ein Wettbewerb entstanden. Wer nicht mitmacht, hat in jedem Fall verloren“, ist sich Maria Schierhölter-Otte sicher. Deshalb werden sie und ihre Mitstreiter nicht müde, an die Reitvereine zu appellieren, spezielle Angebote für Kinder im Alter von 4-12 Jahren zu entwickeln und anzubieten. „Es geht um die Zukunft unseres Sportes“, ist sich Maria Schierhölter-Otte sicher.

In der Arbeitsgruppe PM-Ponyspaß sitzen Fachleute aus verschiedenen Bereichen. Gerade die Reitschulbetreiber bestätigen die große Nachfrage nach Angeboten für die Kleinen und freuen sich über ihre florierenden Betriebe. „Trotzdem gibt es noch viele schwarze Flecken in Deutschland. Kleine Kinder sind ein unterschätzter Wachstumsmarkt für Reitschulen“, ist die Erfahrung von Maria Schierhölter-Otte aus Gesprächen mit den Vereinen und Betrieben, die hier bereits aktiv sind. Und so setzt sich das PM Ponyspaß-Team zusammen: Anne Brundiers, Pferdewirtschaftsmeisterin – Reit-sportzentrum Brundiers; Dr. Teresa Dohms, stellvertretende Geschäftsführerin FN-Bereich Zucht, Regina Fuchsberger, Pferdewirtin - Reitschule am Waldrand, Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft, Ulrike Mohr, Trainerin A – Reitschule Mohr, Dr. Meike Riedel, Institut für Sport und Sportwissenschaft Technische Universität Dortmund, Marco Schreiber, Pferdewirt – MaMa´s Ausbildungsstall, Monika Schroeter, Gestütsassistentin Landgestüt und Reit- und Fahrschule Dillenburg, Dieter Stut, Mitglied im Vorstand des FN-Bereichs Persönliche Mitglieder, Stefanie Tennigkeit, Trainerin B - Reitschule Engelernerhof, Heidi van Thiel, Mitglied im FN-Präsidium und Ronny Weigang, Trainer A - Kutscherclub Ludwigsfelde.
Bo