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Iris Häcker reitet künftig mit dem Goldenen Reitabzeichen am Revers PD 8/2013
Iris Häcker reitet künftig mit dem Goldenen Reitabzeichen am Revers

Geislingen.
Auf der Liste der Erfolge von Iris Häcker, die für das Goldene Reitabzeichen herangezogen werden, stehen ausnahmslos Starts bei Dressurprüfungen Klasse S***. Ausnahmslos trifft aber auch auf ihr Pferd Ryan zu, denn alle Erfolge hat die Reiterin aus Geislingen mit diesem Pferd errungen. 16 Mal hat sie sich mit Ryan Spitzenplätze erritten. Das ist umso bemerkenswerter, als dass gerade im Spitzensport der Dressur die Luft sehr dünn ist. Wer auf diesem Niveau reitet, hat oft schwere Konkurrenz aus ganz Deutschland um sich herum. Iris Häcker hat nun seit dem Turnier 2011 von Würzburg ihre ersten zwei „Drei-Sterne-Platzierungen“ errungen. Darauf folgten zwei Spitzenplatzierungen in Erbach und der fünfte Platz in Schutterwald bei den Landesmeisterschaften 2011.

Auch die Saison 2012 war für die Reiterin vom Reitclub Langenau erfolgreich mit herausragenden Platzierungen in Würzburg, auf Gut Aichet in Niederbayern, in München-Riem, in Ludwigsburg-Monrepos und auf Gut Riedhausen in Oberbayern. In der laufenden Saison 2013 wurde Iris Häcker Dritte und zweimal Vierte in Böblingen bei drei verschiedenen Starts und damit füllte sie ihr „Konto“ für das Goldene Reitabzeichen endgültig auf. Die Mindestanforderungen für das „Goldene“ liegen bei neun Siegen in Klasse S* und einem Sieg in Klasse S**. Es werden aber nicht nur Siege eingefordert. Das Regelement für das „Goldene“ sieht vor, dass Erfolge bei höher-rangigen Wettbewerben entsprechend Anrechnung auf das Goldene Reitabzeichen finden. So ersetzt zum Beispiel eine vordere Platzierung auf Drei-Sterne-Niveau einen Sieg in Klasse S**.

All diese Erfolge mit einem Pferd zu erreichen, legt die Frage nahe: Was ist Ryan für ein Pferd, das auf so hohem Niveau reihenweise Erfolge bringt? Iris Häcker erzählt dem PRESSEDIENST die Geschichte des Pferdes: „Ich habe Ryan als Dreijährigen bei meinem Trainer Uwe Schwanz in Sauerlach gekauft. Er ist übrigens der tollste Reitlehrer der Welt. Bei ihm konnte ich dann mit Ryan trainieren, bis er sechsjährig war. Das konnte ich bis dahin noch ganz gut mit meinem Studium verbinden. Dann habe ich Ryan nach Ulm geholt und in dieser Zeit erste Erfolge in Klasse M errungen, zum Beispiel beim Pfingstturnier in Aulendorf. 2008 kamen dann die ersten S*-Platzierungen dazu. 2010 wagte ich mich an die ersten Starts in S***-Wettbewerben.“ Seither ist das Paar auf der „Grand Prix-Schiene“. „Die erste für das Goldene Reitabzeichen zählende Platzierung errang ich mit dem fünften Platz im Grand Prix von Schutterwald 2011. Das war dann der Beginn dieses ehrgeizigen Weges.“ Seit 2012 startet die Reiterin mit Ryan auch für den Landeskader Dressur. „Weil ich aus früheren Jahren eine gute Verbindung zu bayerischen Turnierorten und bayerischen Reitern habe und weil in Bayern viele Grand-Prix-Turniere ausgerichtet werden, starte ich auch heute noch gerne und häufiger in Bayern“, erzählt Iris Häcker, die derzeit an der Universität Ulm ihre Doktorarbeit vorbereitet. Nach dem Abitur in Geislingen und ihrem Mathematik-Studium mit hocherfolgreichem Diplomabschluss an der Universität Ulm schreibt sie noch bis Ende des Jahres an ihrer Promotion unter dem anspruchsvollen Titel: „Adaptive Waveletmethoden für parabolische zufällige partielle Differentialgleichungen“. Wer das versteht, braucht natürlich dringend einen passenden Ausgleich. Welcher könnte für die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Numerische Mathematik in Ulm besser sein als die Reiterei?

Auf ihrem langen Weg zum Goldenen Reitabzeichen hatte Iris Häcker natürlich auch Begleiter: „Meine Eltern haben mich all die Jahre gefördert und unterstützt und sind sozusagen meine Sponsoren“, sagt die Reiterin dankbar. Die Eltern, Otto und Heide Häcker, hatten ihr in den 1990er Jahren mit ihrem ersten Pferd Astair den Turniersport ermöglicht. Mit ihm nahm sie 1998 und 1999 an Landesmeisterschaften in Schutterwald teil und hatte 2000 auch erste Erfolge in der S-Dressur, nun als Mitglied in einem bayerischen Verein. Darauf folgte die Aufnahme in den Oberbayern-Kader.

Ryan, aus der Linie Rivero II/Rautenstein gezogen, ist immer für eine Überraschung gut, erzählt die Reiterin, als sie ihr Pferd beschreiben sollte. „Jeder Ritt auf meinen „Pony“ genannten Ryan ist ein besonderes Erlebnis, da er stets für eine neue Überraschung gut ist, egal ob ich daheim oder auf einem Turnier reite. Die Reiterin erzählt schmunzelnd: „Schon als junges Pferd hatte er wahnsinnig viel Kraft und vor nichts Angst. Es gab diese Ausritte, die nach einem halbstündigen Galopp in weiter Ferne geendet haben, weil etwas am Horizont seine Neugierde geweckt hatte. Der 14-jährige Bursche macht mir immer viel Freude.“ Aber sie denke auch an die Zukunft, sagt Iris Häcker. Ihr größter Wunsch in der Reiterei sei wieder die Ausbildung eines jungen Pferdes bis Grand Prix. Das sei ein ganz besonderer Weg, den man mit einem Pferd gehen könne, meint die Reiterin. Nun aber führte sie der Weg erst einmal nach Schutterwald, wo sie im Rahmen der Landesmeisterschaft Baden-Württemberg am 20. Juli 2013 mit dem Goldenen Reitabzeichen geehrt wurde. Damit ist ein großes Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch. Martin Stellberger