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Kaya Lüthi: Mit Geduld und Engagement zum Goldenen Reitabzeichen PD 7/2013
Kaya Lüthi: Mit Geduld und Engagement zum Goldenen Reitabzeichen

Aach.
Wer so aufwächst, wie Kaya Lüthi, kann eigentlich nur als begeisterte Pferdefreundin leben. Dabei spielt ihr Vater Günter Orschel als Vorbild und Förderer eine wichtige Rolle, denn der war bereits 2000 als Olympiareiter für Bulgarien in Sydney am Start. Deshalb ist es auch nur logisch, dass sich die junge Frau, die nach der Realschule die Ausbildung zur Bereiterin bzw. Pferdewirtin aufgenommen hat, ähnliche sportliche Ziele verfolgt wie der Vater: „Mein Traum ist es, beim CHIO in Aachen reiten zu dürfen. Und dann gibt es ja auch noch Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Es wäre für mich schon toll, wenn ich einmal dafür qualifiziert wäre“, sagt die junge Reiterin dem PRESSEDIENST. Doch bis dahin ist noch viel Arbeit und Training nötig. Dazu sei sie bereit, meint sie und beschreibt sich selbst so: „Ich bin bei allem, was ich anpacke, sehr ehrgeizig und will alles zu 100 Prozent machen.“ Dabei sei sie dennoch ruhig und gelassen, um im richtigen Moment „mit vollem Elan eine Sache anzugehen“.

Seit ihrem zweiten Lebensjahr ist Kaya Lüthi mit dem Reiten vertraut. Damals bekam sie ein Mini Shetty. „Meine Eltern haben mich einfach und unkompliziert draufgesetzt. So bin ich begeistert bei der Sache geblieben bis heute. Natürlich haben mich meine Eltern im Laufe der Jahre richtig ausgebildet und gefördert. In unserem Sportpferdezentrum Hirtenhof in Aach haben sie mir alles ermöglicht, was für die Reiterei wichtig ist“, sagt die junge Frau dankbar. Das werden Patricia Lüthi-Orschel und ihr Mann Günter gerne hören, denn ohne sie wäre der Erfolg der Tochter nicht so ausgeprägt. Über ihre Turnierreiterei sagt Kaya Lüthi, dass sie nervenstark, aber auch geduldig sei. „Manchmal bin ich auch zu ehrgeizig und zu korrekt, denn ich will ja immer alles sehr gut machen!“ Dass Kaya Lüthi mit diesen Eigenschaften Erfolg hat, zeigt sich in ihrer sportlichen Bilanz, die nicht umsonst im Goldenen Reitabzeichen mündet: Es macht sie selbstverständlich stolz, dass sie schon mit 18 Jahren die Voraussetzungen dafür geschafft hat, d.h., sie muss nach den Statuten mindestens zehn Siege in der schweren Klasse vorweisen, neun in Klasse S* und mindestens einen in Klasse S**.

Herausragend dabei ist ihr Titel als Mannschaftseuropameisterin von 2010, als sie noch als Ponyreiterin unterwegs war. 2012 gewann sie gar den Großen Preis beim Salut Festival in Aachen mit Pret à Tout. In der laufenden Saison war sie im Großen Preis beim CSIO im französischen Deauville Vierte geworden wiederum mit ihrem Spitzencrack Pret à Tout, von Kay Lüthi liebevoll TUTU genannt. Besonders freut sich die jugendliche Erfolgsreiterin über ihre Starts bei Nationenpreisen: „Für Deutschland bin ich bei Nationenpreisen geritten, als ich noch Ponyreiterin war, später als Juniorin und schließlich als Junge Reiterin. Das macht mich schon ein wenig stolz!“ Solche Einsätze beweisen, dass sie über längere Zeiträume gute Leistungen mit guten Pferden bringt und deshalb auch für die verschiedenen Bundeskader nominiert wurde und wird. Aktuell gehört Kaya Lüthi dem Bundeskader Junge Reiter an. Das wiederum deckt sich mit ihrem Ziel, weiterhin „erfolgreich vor allem auf hohem, professionellem Niveau reiten zu können.“

Bleibt noch zu beschreiben, welche Stationen Kaya Lüthi absolvierte, um das Goldene Reitabzeichen zu bekommen: Begonnen hat der Weg zum „Goldenen“ mit dem Pferd Miss Kentucky in Tübingen. 2011 nämlich gewann sie hier ihr erstes S-Springen im Stechen. Als ob sie damals einen Knoten platzen ließ, machte die Reiterin die Saison 2012 zu einer ihrer erfolgreichsten. Achtmal stand sie auf dem Siegertreppchen: in Kreuth mit Castana, in Achen-Albert-Vahl mit Pret à Tout, danach erneut in Tübingen und auf dem Hofgut Kaltenherberge mit dem gleichen Pferd. 2012 brachte ihr Obier Brulaire Siege in Donaueschingen und Babenhausen. Das Pferd gehört Joachim Häring aus Donaueschingen. Er unterstützt Kaya Lüthi damit in ihrer reiterlichen Karriere. Ihre beiden Auslandsstarts in Salzburg und Budapest untermauerten ihr internationales Renommee mit Lisha S und Castana. Den noch fehlenden Sieg in Klasse S** errang Kaya Lüthi im Dezember 2012 mit Pret à Tout beim Salut Festival in Aachen: „Das war ein tolles Gefühl, ein so schweres Springen im Stechen zu gewinnen“, erinnert sich die junge Reiterin.

Jetzt also ist das „Konto“ für das Goldene Reitabzeichen randvoll. Die Freude ist groß bei der Reiterin, ihrer Familie und den Freunden. Deshalb soll auch ein wenig gefeiert werden. Weil die Reiter den Wunsch frei haben, den Ort ihrer Ehrung zu wählen, möchte Kaya Lüthi das Goldene Reitabzeichen gerne bei den Landesmeisterschaften in Schutterwald entgegennehmen. Eine gute Wahl, denn dort sind am 20. Juli 2013 dann auch viele ihrer reiterlich-sportlichen Weggefährten und Freunde aus dem Lande dabei, um mit ihr zu feiern. Herzlichen Glückwunsch!
Martin Stellberger