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Sarina Hohler wird mit Gold geehrt PD 9/2002
WIESENTAL. Wenn eine Springreiterin oder ein Springreiter das Goldene Reiterabzeichen bekommt, ist das ein ganz besonderes Ereignis. Sarina Hohlers Vater Gerhard sagte dem PRESSEDIENST zu diesem Ereignis: "Wir haben ja viele Jahre darauf hingearbeitet! Ein solcher Erfolg ist mit viel Arbeit verbunden!" Und damit wird klar: Ohne die Eltern geht es nicht, will ein junger Pferdesportler in die Spitze aufsteigen. In ihrem Falle allerdings war von Vorteil, dass die Eltern, Wilma und Gerhard Hohler, einen eigenen Handelsstall unterhalten. Dennoch, reiten muss die junge Frau aus Wiesental schon selber. 1998 errang sie mit Jil ihren ersten S-Sieg in Waghäusel-Wiesental: "Vor heimischer Kulisse gewann ich ein Mächtigkeitsspringen, das war toll!", erinnert sich die 31-jährige Reiterin heute. Dann folgten im Jahresabstand Siege, zum Beispiel in Heidelberg-Wieblingen, Reilingen und Eppingen. Das Jahr 2002 brachte schließlich die starke Serie: sechs Siege in Klasse S von Brühl bis Heidelberg, von Nussloch bis Zeiskam. Der "letzte" Sieg vor dem "Goldenen Reiterabzeichen" gelang ihr mit ihrer Stute Kornfee im großen Preis von Eppingen (18. August 2002). Im Erfolgsbuch stehen dazu noch viele zweite und dritte Plätze. So wird es nun Zeit, dass Sarina Hohler das Goldene Reiterabzeichen verliehen bekommt. Verliehen ist dabei der richtige Begriff, denn das Goldene Reiterabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung kann man nur durch mindestens zehn Siege in Wettbewerben Klasse S "erwerben". Die FN würdigt damit herausragende Leistungen im Sport.

Wer ist nun Sarina Hohler? Geboren wurde sie in Bruchsal, wohnhaft ist sie in Wiesental. Nach der Hauptschule besuchte sie die Kosmetik-Schule in Karlsruhe und schloss dort als Diplom-Kosmetikerin ab. Sie arbeitet allerdings derzeit als Angestellte im elterlichen Betrieb. Sportlich hat sie ihre Zielmarke noch nicht er-reicht, meint sie, denn sie sagt: "Ich will noch weiter nach oben kommen." Das Rüstzeug dafür bekam sie indes nicht nur von den Eltern, auch Paul Wittmer aus Wiesental und Kurt Maier, Herrenberg, zählen zu ihren Ausbildern. Ihre Stärke sei, so sagte die junge Frau: "Ich schaue immer nach vorne!" Auch dann, wenn ihr ihre Nerven hier und da einen Streich spielen, denn sie habe kein "gutes Nervenkostüm", bekennt sie.

Sarina Hohler erinnert sich gerne an zwei Stationen ihrer Reiterei: "Als ich vier Jahre alt war, kaufte mir mein Vater ein Pony! Das war der Einstieg. Mit sieben bekam ich ein Freizeitpferd und schließlich trat ich in den Reitverein Oberhausen ein, wo ich von Paul Wittmer unterrichtet wurde." Inzwischen hat sie in ihrem Freund Franz Salzgeber auch einen Förderer gefunden, der ihren Sport unterstützt. Das zweite "prägende Ereignis" war eben jener Sieg im Mächtigkeitsspringen von Wiesental. Bei so vielen guten Voraussetzungen ist ein Ziel fest in den sportlichen Mittelpunkt gerückt: "Mein Traum ist es, bei den Deutschen Meisterschaften unter die besten Drei zu kommen!" Und wenn Sarina Hohler von der Reiterei einmal ein wenig Abstand gewinnen will, macht sie "anderen Sport, nicht nur Reiten. Ich fahre Rad und schwimme gern." Auch geht sie gerne gut essen und ins Kino, sofern es ihre Zeit zulässt, denn sie engagiert sich in Philippsburg auch als Trainerin.
Martin Stellberger