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Ein Nachbrenner zur Volti - WM PD 9/2000
AUF DIESE JUGEND SOLLEN SIE SCHAUEN
- Eine Momentaufnahme von Martin Stellberger -

MANNHEIM.
"Die Zeitungen sind voll von Berichten über Rechtsradikale! Die Journalisten sollten lieber auf diese Jugend hier in der Mai-Markt-Halle schauen, diese jungen Menschen sind unsere Zukunft, darüber müsst Ihr berichten", sagt Peter Hofmann, Organisationschef der Weltmeisterschaft der Voltigierer von Mannheim (3.-6. August 2000). Er steht noch ganz unter dem Eindruck dieser einzigartigen Weltmeisterschaft: "5000 junge Menschen begeistern sich am Sport der Voltigierer, sind kameradschaftlich, sympathisch, helfen einander, spenden herz-lichen Applaus jedem Sportler, jeder Volti-Gruppe. So ist die Jugend!"
Peter Hofmann, erprobter Leiter ungezählter Turniere auf dem Mannheimer Mai-Markt, Chef der EM der Springreiter 1997 und jetzt Veranstalter der Volti-WM 2000 - er wirkt aufgewühlt. Er hat zwar schon mit einem Erfolg seines Teams gerechnet, aber dass so viele junge Menschen nach Mannheim gekommen waren, berührt ihn im Herzen zutiefst. Da gibt es nicht nur das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Die Jugend dieser WM hat ihn ganz in ihren Bann gezogen. Gedankenverloren geht er nach der Siegerehrung durch die sich leerende Halle. Abbauarbeiten treten an die Stelle eifriger sportlicher Betriebsamkeit. Er sitzt im verlassenen VIP-Bereich auf einem Tisch und lässt gelöst die Beine baumeln. Ausgelassen unterhält er sich mit seiner Familie. Unter dem Jackett lugt das Geschenk "seiner Volti-Jugend" hervor: ein T-Shirt mit vielen, vielen Unterschriften.
Peter Hofmann fühlt tiefe Dankbarkeit in sich - gegenüber der "heutigen Jugend". Sie haben den Berufs-Optimisten weiter bestärkt an sie zu glauben. "Da ging ich doch gestern einmal durch die Zeltstadt, in der rund 1000 junge Leute während der Voltigier-WM wohnen. Plötzlich sprangen zwei Buben auf mich zu, die mich wohl als Turnierleiter erkannt hatten, schüttelten mir die Hand und bedankten sich für das tolle Turnier!" Peter Hofmann schimmert's verdächtig in den Augenwinkeln, als er davon berichtet. Er ist bewegt über dieses offene, unkomplizierte, herzliche Dankeschön. Es verschlägt ihm so sehr die Sprache, dass er die beiden Buben nicht mehr nach ihrem Namen und ihrer Gruppe fragen kann. Sie waren schon wieder im Getümmel verschwunden.
Das Fazit Peter Hofmanns: "Ich hoffe nur, dass von dieser WM eine Botschaft ausgeht für den Voltigiersport, der sich hier in einer so bestechenden Qualität präsentiert hat. Diese Mannheimer WM soll ja kein Strohfeuer gewesen sein. Und deshalb hoffe ich, dass die Medien mithelfen, diesen schönen Sport zu fördern!"