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APO 2014: Zehnstufiges Abzeichensystem schafft Klarheit PD 8/2013
APO 2014: Zehnstufiges Abzeichensystem schafft Klarheit

Warendorf (fn-press).
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat das Abzeichensystem reformiert. Ob Steckenpferd oder Hufeisen – alles heißt ab dem 1. Januar 2014 Reitabzeichen. Das neue zehnstufige Reitabzeichensystem tritt mit der neuen Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) Anfang nächsten Jahres in Kraft. Ähnlich überarbeitet sind auch die Voltigier-, Longier- und Fahrabzeichen.

Passende Angebote für jeden Pferdesportler
Das neue Abzeichensystem bietet jedem Pferdesportler ein passendes Angebot. Vereine und Pferdebetriebe können ihren Mitgliedern maßgeschneiderte Lehrgangsangebote machen und damit neue Ziele, Herausforderungen und Motivationen schaffen. Wichtigste Neuerung ist die Überprüfung des reiterlichen Könnens in kleineren Ausbildungsabschnitten. Zum einen wird der Reiter dadurch besser zum nächsten Abzeichen und damit auch zu höheren Anforderungen hingeführt. Zum anderen motiviert ein bestandenes Abzeichen.

„Die Abzeichen stehen für Lernen und Können – für fachgerechten Umgang mit Pferden und gutes Reiten“, erklärt Eva Lempa-Röller, Referentin in der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft. „Daher wollen wir die Abzeichen als Ausbildungsanreiz und -instrument beleben. Schließlich gewährleisten sie eine fachlich qualifizierte Begleitung auf dem Ausbildungsweg im Pferdesport.“ Mit den Abzeichen kann man sein Können in allen Alters- und Leistungsklassen weiterentwickeln und dokumentieren.

Bei der Erneuerung des Systems galt die Prämisse: Bewährtes beibehalten und neue Möglichkeiten schaffen. Konkret schlug sich das in folgenden Änderungen nieder:
Es gibt im System neue Titel: Reit-, Fahr- und Voltigierabzeichen 10 (Einstieg) bis 1 (höchste Stufe).

 Neue Abzeichen wurden als Teilschritte eingefügt, um die Abstände zwischen einzelnen Abzeichen zu verkleinern.
 Das Angebot für Erwachsene wird erhöht, da alle Abzeichen in allen Stufen nun in jedem Alter abgelegt werden können.
 Wissen wird praxisnah in so genannten Stationsprüfungen geprüft. Dazu gehört ab 2014 auch die Stationsprüfung Bodenarbeit.
 Die Reitabzeichen 10 bis 6 können in beliebiger Reihenfolge und beliebig oft wiederholt werden.

Ab dem Reitabzeichen 5 ist die Reihenfolge der Reitabzeichen verpflichtend.

Der Basispass oder die Reitabzeichen 7 und 6 sind Zulassungsvoraussetzung für das Ablegen des Reitabzeichens A 5. Ein Geländereitabzeichen wird eingeführt. Die Teilprüfung Gelände kann zusätzlich abgelegt werden oder jeweils die Teilprüfung Springen ersetzen. Zwischen den Abzeichen müssen mindestens drei Monate liegen, bevor das nächste Abzeichen absolviert werden kann, damit der Teilnehmer sich auf die Anforderungen vorbereiten kann.

Analog den Reitabzeichen sind auch die Systematiken der Fahr-, Voltigier- und Longierabzeichen erneuert worden. Eine Übersicht zu diesen Abzeichen gibt es auf der FN-Homepage unter www.pferd-aktuell.de/reitabzeichen. Ausführliche Informationen zu den Abzeichen gibt es ab Herbst 2013: Entsprechende Broschüren stehen dann kostenlos zum Herunterladen auf der FN-Homepage bereit oder können gegen Übernahme der Versandkosten bei der FN bestellt werden.

Kontakt:
FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft
Telefon 02581-6362-196, -145 und -231


Die häufigsten Fragen zum neuen Reitabzeichensystem

Wo kann man ein Reitabzeichen machen?
Jeder Landes-Pferdesportverband hat eine Terminliste, wann und in welchem Pferdesportverein oder Pferdebetrieb Reitabzeichenlehrgänge und -prüfungen angeboten werden.

Ist für den Erwerb von Reitabzeichen die Mitgliedschaft in einem Reitverein verpflichtend?
Nur für die Reitabzeichen 5 bis 1.

Gibt es Altersgrenzen für die Reitabzeichen?
Nein, jedes Abzeichen kann in jedem Alter abgelegt werden. Das heißt, die Reitabzeichen aller Stufen sind für Kinder, Jugendliche und Erwachsene offen und geeignet.

Werden die alten Reitabzeichen anerkannt?
Natürlich. Die alten Reitabzeichen verfallen nicht. Nach der neuen Systematik entspricht beispielsweise das Reitabzeichen 5 dem bisherigen Deutschen Reitabzeichen Klasse IV.

Wie bauen die neuen auf den alten Reitabzeichen auf?
Das bisherige Deutsche Reitabzeichen Klasse III entspricht dem Reitabzeichen 4. Der nächste Abzeichenschritt ist daher das RA 3, das wiederum Voraussetzung für das RA 2 ist.

Mit welchem Reitabzeichen der neuen Systematik kann man in den Turniersport einsteigen?
Das RA 5 gleicht dem bisherigen DRA Klasse IV und ist damit nach der neuen Systematik Voraussetzung, um eine Jahresturnierlizenz zur Teilnahme an LPO-Turniersportprüfungen zu erwerben (LPO: Leistungs-Prüfungs-Ordnung).

Ab welcher Stufe kann das Reitabzeichen nur in der Disziplin Dressur oder Springen abgelegt werden?
Schon das RA 5 kann als so genanntes disziplinspezifisches Reitabzeichen absolviert werden. Allerdings muss der Reiter im Besitz der RA 7 und 6 und mindestens 21 Jahre alt sein. Die RA 4 bis 1 kann jeder disziplinspezifisch ablegen.

Welche Ausrüstung ist in der Prüfung nötig?
In den Reitabzeichenprüfungen ist eine fachgerechte und den Sicherheitsanforderungen entspre-chende Reitausrüstung vorgeschrieben, d. h., Reitkappe, Handschuhe, eng anliegende Oberbe-kleidung, Reitstiefel oder knöchelhohes Schuhwerk mit Absatz und Hose. Ab der Prüfung zum Reitabzeichen 5 wird diese Ausrüstung im Turnieroutfit gewünscht.

Welche Voraussetzungen muss das Pferd erfüllen?
Die Pferde müssen mindestens fünf Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass sie den jeweiligen Reitabzeichenanforderungen genügen.

Was passiert in den neuen Stationsprüfungen?
Die neuen Stationsprüfungen ersetzen die frühere theoretische Teilprüfung. Hier geht es zwar immer noch um theoretisches Wissen, allerdings wird dieses in den Stationsprüfungen in der prak-tischen Anwendung abgefragt. Der Prüfer fragt also nicht mehr, wie man zum Beispiel ein Pferd putzt, sondern er lässt sich das Putzen zeigen und erklären.

Gibt es Noten in den Reitabzeichenprüfungen?
Erst ab dem RA 5: Um die Prüfung mit „Bestanden“ abzuschließen, muss zum einen eine Durchschnittsnote von mindestens 6,0 aus allen Teilprüfungen erreicht werden. Zum anderen darf keine Einzelnote einer Teilprüfung unter 5,0 sein.

Wie schnell kann man eine Teilprüfung wiederholen?
Da der Reiter die Chance haben soll, sich zu verbessern und auf die fehlende Teilprüfung vor-zubereiten, kann er sie frühestens nach drei Monaten wiederholen. Sollte es sich bei der fehlenden Teilprüfung um einen Teil des RA 5 handeln, so muss nach frühestens drei Monaten nicht nur die Teil-, sondern die gesamte Prüfung wiederholt werden.
Wie schnell kann man das nächste Abzeichen machen?
Ab dem RA 5 wird es für den Reiter anspruchsvoller und es braucht Zeit, sich auf die nach-folgenden RA vorzubereiten. Daher kann man die RA 5 bis 1 immer erst frühestens drei Monate nach dem Bestehen des vorherigen Abzeichens ablegen. Für die RA 10 bis 6 gibt es keine zeitlichen Vorgaben, aber auch hier ist es sinnvoll, sich Zeit für die Vorbereitung zu nehmen und zu üben.