Startseite
Kontakt
Niklas Krieg – Jugend und Förderung bringt Erfolg in Gold PD 7/2013
Niklas Krieg – Jugend und Förderung bringt Erfolg in Gold

Villingen-Schwenningen.
Mit 19 Jahren erfüllt sich für Niklas Krieg aus Villingen-Schwenningen ein Reiterwunsch, der für andere Pferdesportler in reiferem Alter noch nicht in Erfüllung geht: die Verleihung des Goldenen Reiterabzeichens! Für Niklas Krieg wird damit in jungen Jahren etwas wahr, was einmalig in seinem Reiterleben sein wird. Denn das „Goldene“ wird auf Grund herausragender Erfolge verliehen, aber eben nur einmal. Alle anderen Auszeichnungen und Medaillen lassen sich mit etwas Glück immer wieder einmal wiederholen. Insofern wird das Goldene Reitabzeichen einen besonderen Stellenwert im Leben des jungen Mannes behalten. Zuteil wird ihm diese Ehrung beim „Heimturnier“ auf den Immenhöfen in Donaueschingen am 27. Juli 2013. Das wird sicher ein kleines Fest geben, denn mit der Ehrung erfüllt sich nicht nur ein Reiterwunsch Niklas Kriegs. Vielmehr sind damit doch viele Jahre intensiver Arbeit und Förderung durch die ganze Familie Krieg wirksam, insbesondere durch Vater Andreas Krieg, der als Berufsreiter sein Leben den Pferden gewidmet hat. Insofern wird deutlich, dass sich derartige Erfolge nur dann einstellen, wenn vieles gut zusammenwirkt in der Familie, mit der Schule, mit Freunden und vor allem durch das reiterliche Vorbild.

Die Messlatte für das „Goldene“ liegt indes sehr hoch. Der junge Springreiter Niklas Krieg musste schon eine ganze Reihe von Jahren in der Landesspitze und in den Bundeskadern mithalten und viele Turniere besuchen, um überhaupt die Chance zu bekommen, mindestens zehn Siege in Klasse S zu erringen. Erschwerend kommt hinzu, dass dabei mindestens ein Sieg in Klasse S** gefordert wird. Auch geht es nicht ohne gute Pferde. Dafür ist dann wieder verstärkt die Familie zuständig, die dafür sorgt, dass sich der Erfolg auch in dieser Beziehung einstellen kann, entweder durch selbst gezogene Pferde oder durch guten Zukauf oder – wie oft bei Berufsreitern - durch Förderer, die ihrerseits gute Pferde zur Verfügung stellen. Niklas Krieg hat als Springreiter nun makellos die Voraussetzungen erfüllt und kann neben ungezählten Platzierungen die nötigen Siege vorweisen: Begonnen hat der Erfolgsweg zum Goldenen Reitabzeichen 2011, wo er in Mannheim und Kandern erstmals mit Panama S*-Siege errang, in Mannheim sogar im internationalen Vergleich. Panama stammt ab von Quatro Grandeur. Voriges Jahr ging es dann quasi „Schlag auf Schlag“: Lamprechtshausen, Hagen und Pfungstadt brachten mit der Clearway-Concerto II-Tochter Carella und Panama drei Siege. Im belgischen Moorsele gewann Niklas Krieg mit Panama wieder international. Carella trug ihn in Hünxe und in Donaueschingen erneut in einem internationalen Vergleich zum Sieg. Im November 2012 schloss der junge Villinger in Aachen das Jahr mit einem Sieg mit Ayers-Rock ab. In der laufenden Saison 2013 machte Niklas Krieg dann endgültig sein „Konto“ voll mit Siegen in Arezzo in Italien mit Carella, in Warendorf mit Ayers Rock und das entscheidende, noch fehlende S**-Springen gewann er mit Panama in Eschweiler. Es gab also eine ganze Menge zu tun für den jungen Mann.

Wer ist nun Niklas Krieg, wenn man die Pferde einmal außen vor lässt? Er ist 19 Jahre alt und hatte 2011 die kaufmännische Schule in Villingen abgeschlossen. Seine Ausbildung zum Berufsreiter mit dem Ziel Pferdewirtschaftsmeister absolviert er zur Zeit bei Dietmar Gugler in Pfungstadt. Gugler ist nicht nur als früherer Springreiter und begehrter Ausbilder bekannt sondern auch aus seiner Zeit, als er für die Deutsche Reiterliche Vereinigung junge Reiter betreute. Da es für das Springreiten von großem Vorteil ist, wenn ein Reiter seine Dressurausbildung verfeinert, hat sich Niklas Krieg diesbezüglich unter die Fittiche von Mark van Grieken aus Deißlingen begeben. Gefördert wird Niklas Krieg natürlich insbesondere durch seine Eltern Kirsten und Andreas Krieg. Vorbild ist dabei Vater Andreas, der als selbständiger Kaufmann und Berufsreiter das Metier rund um die Pferde bestens beherrscht.

Niklas Krieg, dessen Schwester Leonie ebenfalls eifrig reitet und viele Erfolge vorweisen kann, konnte wohl eher reiten als laufen, denn schon mit zehn Jahren startete er bei Springturnieren. Mit dreizehn gewann er seine ersten Wettbewerbe in Klasse M und bestritt mit 14 seine erste Deutsche Meisterschaft in Hannover. Mit 16 gewann er das Hans-Günter-Winkler Nachwuchschampionat in Braunschweig und startete mit 17 zum ersten Male bei der Europameisterschaft der Junioren in Portugal. In Lamprechtshausen gewann er als 18-jähriger den Großen Preis. Seit 2011 ist der junge Mann, der für den Reit- und Fahrverein Donaueschingen startet, auch Mitglied im Bundeskader. Damit verbunden sind Auslandsstarts wie 2010 als Junior im französischen Reims, im italienischen Arezzo, in Spanien oder Portugal. Dazu gehören dann besondere Einsätze, die in der Karriere eines durchaus ehrgeizigen Reiters wichtig sind: Nationenpreise reiten zu dürfen heißt denn auch, „er reitet für Deutschland“.

Fragt man Niklas Krieg über seine Stärken als Reiter, so erfährt man, dass er sich auf seine Konzentrationsfähigkeit verlassen kann. Zudem könne er „abwarten“ und sich in Geduld üben. Letzteres sieht er auch als eine gewisse Schwäche, sagt er dem PRESSEDIENST. Vielleicht, weil er die eine oder andere Gelegenheit nicht mit letzter Konsequenz ausnutzt. Unter dem Strich ist eine gewisse Bedachtsamkeit aber durchaus vorteilhaft und bewahrt vor übersteigertem Ehrgeiz, der dann in diesem Metier zu Lasten der Pferde gehen würde. Als Reiter mit dem Ziel, sein Leben ganz dem Sport zu widmen, braucht man auch Förderer. Derzeit bekommt er von Klaus Fritzsching aus Kirchzarten und der Firma Terra Tex Reitböden in Ichenheim willkommene Unterstützung. Damit und mit der Familie im Hintergrund lassen sich die Ziele für die Zukunft schon einmal ganz mutig formulieren: „Ich möchte alles dafür tun, dass meine Sportpartner, meine Pferde gesund und fit bleiben. Auch hoffe ich weiterhin auf die Unterstützung durch meine Familie und unseren Freund und Mäzen Klaus Fritzschinger. Denn nur so lassen sich auch meine sportlichen Ziele erreichen: Medaillen bei der Deutschen Meisterschaft und der Europameisterschaft.“ Martin Stellberger