Startseite
Kontakt
Perspektivgruppe Vielseitigkeit: Dirk Schrade ist mit von der Partie PD 02/2002
WARENDORF (fn-press). Im Rahmen des Münsteraner Hallenturnieres (25. -27. Januar 2002) stellte sich die "Perspektivgruppe Vielseitigkeit" der Öffentlichkeit vor: Zu den fünf jungen Leuten im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die sich der "Krone der Reiterei" verschrieben haben und auf Grund ihres Talents, ihrer bisherigen Leistungen und ihrer beruflichen Ambitionen vom DOKR-Ausschuss Vielseitigkeit für eine gezielte Förderung ausgewählt wurden, gehört auch Dirk Schrade aus Gomadingen bei Marbach/Lauter. "Auch die Vielseitigkeit wird heute an der Spitze fast ausschließlich von Profis betrieben. Wir wollen daher schon jetzt gezielt junge Talente fördern, um ihnen den Weg in die Professionalität zu ebnen und sie langfristig für unsere Disziplin zu erhalten",erklärte Bundestrainer/Vielseitigkeit, Hans Melzer, Luhmühlen. Wohnsitz Dirk Schrades und seiner vier Kameraden wird Warendorf sein, wo das Bundesleistungszentrum und die Sportschule der Bundeswehr beste Bedingungen für ihre Ausbildung und Betreuung bieten. Geplant ist eine Art kontinuierliche und intensive "Rund-um-Ausbildung" zum professionellen Spitzensportler; auch Trainingsaufenthalten in England sind vorgesehen.
Dirk Schrade, Jahrgang 1978, zu Hause in Gomadingen, ist beruflich zweigleisig gefahren: Neben seiner Lehre zum Bankkaufmann hat er eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert. Zu seinen wichtigsten Ausbildern gehören Fritz Schrade und Bundestrainer Rüdiger Schwarz, Sassenberg. Außer Reiten hat der junge Baden-Württemberger keine weiteren Hobbys. Die Nähe zum baden-württembergischen Haupt- und Landgestüt Marbach mag den jungen Mann wohl inspiriert haben, sich ganz den Pferden zu widmen. Mit acht Jahren begann er unter Anleitung seines Vaters auf einem Haflinger zu reiten. Dabei blieb es, bis ihm Nicola Schwab, Bad Rappenau, ihr Pony Chirocco gab. So kam er zu ersten Erfolgen, auch in der Vielseitigkeit. Dreimal stand er kurz vor einem Start bei den Deut-schen Ponymeisterschaften, allerdings war Chirocco jedes Mal nicht einsetzbar. Nur einmal klappte es tatsächlich: 1992 mit Oweron von Anja Flaig, Zimmern. Schon damals wurde deutlich, was Dirk Schrade auszeichnet: Seine Fähigkeit, sich schnell auf fremde Pferde einzustellen. Sein erstes Großpferd hieß Grand Filou und war eigentlich zum Ausreiten erworben worden. Mit ihm trat Dirk Schrade unter anderem beim Nachwuchs-Championat in Warendorf an. Heute sagt er: "Eigentlich war Grand Filou das Anti-Vielseitigkeitspferd." So sah dies auch sein Landestrainer Fritz Pape, Sindlingen, der mit Dirks Eltern sprach und ihnen den Kauf eines geeigneten Pferdes empfahl. Erst musste jedoch Grand Filou verkauft werden, bevor ein neues Pferd angeschafft werden konnte. So kam der Vollblüter Mon-status in den Stall, der allerdings ebenso wenig einschlug wie sein Vorgänger. "Wir konnten uns halt nichts Besseres leisten", sagte Dirk Schrade. Also war es ein fremdes und schwieriges Pferd, das dem jungen Mann zum sportlichen Durchbruch verhalf: MacIntosh. Mit ihm startete Dirk Schrade 1995 bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Engter und 1996 in Walldorf, wo er Platz sechs belegte. Ein Jahr später wurde er bei den DM der Jungen Reiter 13. und nahm an den Europameisterschaften in Pratoni del Vivaro in Italien teil.
Während seiner Zeit bei der Sportkompanie der Bundeswehr in Warendorf entdeckte Bundestrainer Rüdiger Schwarz das Talent Schrades, der sich hier wieder auf fremde Pferde einstellen musste: Little Hinni, Dry White und Pajou, die er von anderen Reitern übernahm. Das Jahr bei der Bundeswehr weckte in Dirk Schrade aber auch den Wunsch, das Reiten zum Beruf zu machen. Zwar ging er zunächst zurück nach Gomadingen und setzte seine Arbeit bei der Bank fort. Aber schon nach einem halben Jahr kehrte er ans Bundesleistungszentrum in Warendorf zurück und absolvierte seine Lehre zum Pferdewirt, die er mit Stensbeck-Plakette abschloss.
Dirk Schrade ging 2001 zu Elmar Lesch in Bavendorf. Ein Jahr lernte er dort die das Lebens als Profi und Unternehmer kennen. Als das Angebot "Perspektivgruppe" kam, zögerte er nicht: "Hier habe ich die Möglichkeit, wirklich im Sport voranzukommen." Zwar möchte Dirk Schrade in den nächsten Jahren seine Meisterprüfung ablegen, zunächst aber steht der Leistungssport für ihn im Vordergrund. Zwei Pferde bringt er mit: die Württembergerin Sindy, Teilnehmerin an den Bundeschampionaten 2000 und 2001 und den französisch gezogenen Ecrin Raiselle.
FN-press; UH