Startseite
Kontakt
Armin Paulmichl ist stolz auf das Goldene Reitabzeichen PD 7/2013
Armin Paulmichl ist stolz auf das Goldene Reitabzeichen

Kißlegg.
„Mit meinem Pferd Smart habe ich alle zehn Siege in Klasse S* und S** errungen, die für das Goldene Reitabzeichen zählen. Das ist für mich immer ein Kriterium gewesen, zusammen mit meinem Pferd Smart das Goldene zu schaffen.“ Armin Paulmichl aus dem oberschwäbischen Kißlegg sieht man ein wenig den Stolz an, den er bei dem Gedanken an die Ehrung beim Kißlegger Turnier am 28. Juli 2013 hat. Ihn verbindet ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl mit seinem Pferd, das ihn 2004 in Weißenhorn erstmals zu einem Sieg in der schweren Springklasse trug. 2006 wiederholte er in Weißenhorn seinen Erfolg und errang in Tettnang einen weiteren Sieg. 2008 gelang es dem Reiter gleich viermal, auf das Siegerpodest zu steigen: in Isny-Rohrdorf, Weißenhorn, Ochsenhausen und Friedrichshafen-Ailingen. Spätestens jetzt war das Ziel Armin Paulmichls eindeutig: „Mit Smart will ich das „Goldene“ schaffen.“ Der Hannoveraner kam mit zweieinhalb Jahren in den elterlichen Stall. „Mein Vater hatte ihn in Norddeutschland entdeckt. Dreijährig wurde Smart dann von mir angeritten. Ich stellte ihn aber erstmals als Fünfjährigen bei einem Turnier vor“, erzählt Paulmichl dem PRESSEDIENST.

Doch auch wenn man selbst gut reitet - die Konkurrenz hat auch gute Pferde und hier und da ein wenig mehr Glück oder einen Fehler weniger. Es dauerte also immerhin zwei Jahre, bis sich wieder S-Siege einstellten. 2010 gewann Paulmichl in Isny-Rohrdorf und Illertissen, 2011 in Öpfingen und erneut in Isny-Rohrdorf. Da standen also elf Siege in Klasse S* auf dem Konto. Aber der entscheidende Erfolg, der vorgeschrieben ist, der fehlte noch: ein Sieg in Klasse S**! Wer Geduld hat und fleißig arbeitet, sein Pferd fit und gesund erhält, der wird auch dies schaffen, war sich Paulmichl sicher. So kam es denn beim Turnier 2012 in Bad Schussenried zu dem entscheidenden Springen und – Armin Paulmichl erwischte mit seinem Smart einen tollen Tag und gewann das Springen Klasse S**. Die Freude war groß – endlich gibt es das Goldene Reitabzeichen! Überreicht und feierlich verliehen wird ihm die Ehrung bei seinem Heimatturnier in Kißlegg am 28. Juli 2013. Die Kulisse trägt zum feierlichen Akt bei, denn das Kißlegger Turnier findet traditionell alle zwei Jahre vor dem Kißlegger Schloss statt. Das wird eine schöne Feier für den Reiter und eine Belohnung für sorgfältige und fleißige Arbeit mit den Pferden. Denn dass das Erfolgskonto nicht nur aus den genannten Siegen besteht, versteht sich von selbst. Viele gute Platzierungen kann der Reiter vorweisen; die meisten hat er zudem in der heimatlichen Region errungen, was wiederum beweist: Um Erfolg zu haben, muss man nicht immer die großen Reisen antreten. Die Heimat bietet auch viele Chancen.

Armin Paulmichl ist 33 Jahre alt und Elektromeister bei der Firma Mayerföls in Bad Schussenried – ebenfalls ein Name, der im Pferdesport bei den Fahrern einen guten Klang hat. Paulmichl ist verheiratet und hat mit seiner Frau Sonja die Kinder Luca und Luciana. Seine Familie, so betont der Reiter, „steht an erster Stelle in meinem Leben, die Reiterei gehört auf Rang zwei!“ Das beweist einmal mehr, dass Paulmichl ein lupenreiner Amateur ist, der seinen Sport nicht über alles andere stellt. Dennoch ist er auf sich und sein Pferd stolz und sagt: „Ich sehe mich als einen Menschen, der seinen Erfolg selbst erarbeitet hat und ihn deshalb auch viel mehr schätzt. Ich lege Wert auf einen lieben und fairen Umgang mit meinem Partner Pferd.“ Die Erfolgsbilanz beweist dies, denn nur wer sein Pferd auch als Partner sieht, kann mit ihm über viele Jahre hinweg Erfolg und Freude haben. Die schnelle Nummer scheint also nicht Sache Armin Paulmichls zu sein.

Armin Paulmichls reiterliche Wurzeln entstammen einer Erfahrung als Neunjähriger. „Damals, 1989, hatte ich in Bad Wurzach bei Bärbel Ortlieb-Erb, die heute als Reitlehrerin in Waldburg lebt, meine ersten Longenstunden und entdeckte da meine Liebe zu den Pferden. Von da an blieb ich den Pferden treu“, erzählt Paulmichl aus seinen Erinnerungen an Kindertage. Mit dem Heranwachsen trat er dem Reit- und Fahrverein Kißlegg bei und genoss dort auch die Jugendförderung durch den Verein zwischen 2004 und 2006. Paulmichl profitierte für seine Reiterei auch von den Reitlehrern Peter Biggel und Stefan Eff, die beide in Kißlegg aktiv sind. Auch der Weingartener Parcoursbauer und frühere Springreiter Günter Metzler sowie der Springreiter und Träger des Goldenen Reitabzeichens (1996) Markus Rieger aus Trochtelfingen nahmen erfolgreichen Einfluss auf das reiterliche Können des Kißleggers. „Was mir gelegentlich den Erfolg erschwert, sind meine Nerven, die mir im Wettbewerb ab und zu einen Streich spielen“, sagt der Reiter, der sich neben seinem inzwischen 19 Jahre alten Hannoveraner Smart hingebungsvoll seinem Nachwuchspferd Sharm El Sheikh widmet. „Mein Ziel ist es, auch dieses Pferd in schweren Springen reiten zu können. Besonders hoffe ich aber, mein Wissen eines Tages auch an meine Kinder und weitere Reitschüler weitergeben zu können.“ Gerade der Jugend und dem eigenen Nachwuchs will Armin Paulmichl vermitteln, „dass man sein Pferd nicht als Sportgerät sieht, sondern vielmehr als Partner und Freund betrachtet und behandelt!“ Aber zum Sport gehören auch Akzeptanz und Förderung durch die Familie und Freunde: „Früher waren meine Eltern meine Sponsoren. Heute steht meine Familie hinter meinem Sport. Und ich habe in Reinhold Hepp einen guten Freund, der mir bei den Turnieren hilfreich zur Seite steht und oft in stressigen Situationen viel Ruhe für mich und mein Pferd bringt.“ Wer so ausgestattet ist, dem fällt es dann auch leicht, ein Fest zu feiern, wie das der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens im Schlosspark zu Kißlegg. Herzlichen Glückwunsch. Martin Stellberger