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Harald Grimm zum 65. Geburtstag; PD 03/2002
SCHNITTLINGEN/GEISLINGEN. Am 13. Februar feierte Harald Grimm, der Regionaltrainer Voltigieren im Württembergischen Pferdesportverband seinen 65. Geburtstag. Geboren und aufgewachsen ist Harald Grimm in der Lüneburger Heide. Schon als Kind hatte er Kontakt zu Pferden, wenn auch hauptsächlich zu den Arbeitspferden in der Landwirtschaft. "Infiziert" mit dem Pferdevirus wurde er durch seine Eltern. Die Mutter war selbst aktive Reiterin, der Vater im Zweiten Weltkrieg bei der berittenen Artillerie. Als Jugendlicher ritt er hauptsächlich ohne Sattel "wild" durch die Heide.
Durch seine Kinder Andrea und Jens bekam Harald Grimm Anfang der achtziger Jahre wieder Kontakt zu den Pferden. Inzwischen war die Familie nach Nürtingen umgezogen. Die beiden Kinder hatten im Reitverein Neckartailfingen mit dem Voltigieren begonnen und Grimm begann 1971 auch wieder mit dem Reiten im Verein.1972 wurde dann das erste eigene Pferd gekauft, eine vierjährige Stute, aus der die Familie ein Fohlen zog. In seine Tätigkeit als Voltigierausbilder wurde Harald Grimm "wie ins kalte Wasser hineingeworfen", erzählt er heute schmun-zelnd. "Der Reitlehrer in Neckartailfingen war gestorben und ein Ausbilder im Voltigieren fehlte. Ich sollte dann mal vorübergehend einspringen. Damals hatte ich von der Ausbildung noch wenig Ahnung," schildert Grimm den Anfang als Voltigierausbilder. Durch Lehrgänge bei Ilse und Paul Lorenz erwarb er sich das notwendige Rüstzeug. Schnell knüpfte die Neckartailfinger Gruppe Kontakte zu anderen Gruppen aus dem In- und Ausland. Mit den Pferden Takt und Twist waren die Neckartailfinger auf vielen Turnieren im In- und Ausland am Start.
Kein Wunder, dass es Harald Grimm gelang, beim ersten Voltigierturnier in Neckartailfingen eine französische Gruppe an den Start zu holen. Die Mannschaft aus Neckartailfingen wurde von Harald Grimm von der C-Gruppe bis zur A-Gruppe aufgebaut. Mit viel Engagement und Begeisterung widmete er sich seinen Voltigierern.
1980 wurde der Voltigierverein "Reitclub Aichtal" gegründet. Harald Grimm war lange Jahre Vorstand und Ausschussmitglied dieses Vereins. Später wurde der Verein nach seinem Sitz in "Voltigierverein Raidwangen" umbenannt. Auch hier förderte Grimm die Voltigierer im Gruppen-, Einzel- und Doppelvoltigieren. 1979 absolvierte er in Esslingen die Prüfung zum Voltigierrichter. Seither richtete er viele Landesmeisterschaften, war auch außerhalb Baden-Württembergs sehr gefragt. Viermal richtete er mit bei Deutschen Meisterschaften und Turnieren in der Schweiz, in England, Schottland, Schweden und in Polen.
Seine Prüfung zum Voltigierwart absolvierte Harald Grimm 1981, die Prüfung zum Voltigierlehrer 1985. Als Ausbilder und Leiter organisierte er zahlreiche Gruppenschulungen, Ausbilder- und Vorbereitungslehrgänge für Nachwuchsrichter. Durch seine Tätigkeit als Ausbilder in Schweden trug er in Mittelschweden zur Verbreitung und zum Aufbau des Voltigiersports bei. Bei den Weltreiterspielen in Stockholm 1990 fungierte er als Trainer einiger schwedischer Einzelvoltigierer. Bei verschiedenen internationalen Voltigierturnieren stellte er die Voltigiergruppe aus Uppsala/Schweden vor.
1995 wurde Harald Grimm Nachfolger von Ilse Lorenz, der langjährigen Regionaltrainerin Voltigieren im WPSV. Als Mitglied im Fachbeirat Voltigieren kümmert sich Grimm hauptsächlich um die Organisation und Durchführung von Lehrgängen, vor allem für Nachwuchsausbilder. Nach dem Motto "mit 65 Jahren ist noch lange nicht Schluss" ist der umtriebige Voltigiertrainer des Verbandes Württemberg auch künftig mehr für Voltigierturniere, Lehrgänge oder Auslandstrips unterwegs, als daheim in Schnittlingen bei Geislingen anzutreffen. Wenn's um Termine geht, da muss schon der elektronische Timer herhalten. Erreichbar ist Harald Grimm in der Regel nur über e-Mail, Fax oder Handy, für ein geruhsames "Rentnerdasein" hat er momentan noch keine Zeit.
K/E