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Verbot des Schenkelbrands gekippt PD 30.10.2012
Verbot des Schenkelbrands bei Fohlen von der schwarz-gelben Koalition in Berlin gekippt

Stuttgart/Berlin.
Minister Alexander Bonde: „Bundesregierung knickt beim Tierschutz ein“
Landeseigenes Gestüt in Marbach verzichtet ab sofort auf Schenkelbrand

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP im Bundestag haben das in der Tierschutznovelle vorgesehene Verbot des Schenkelbrandes bei Pferden gekippt.(Anm. d.Red.: Das Verbot war von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner (CSU)mitgetgragen und forciert worden.) Die baden-württembergische Landesregierung hat dies mit Unverständnis aufgenommen. Der Schenkelbrand wurde in früheren Zeiten als Identifizierung der Tiere verwendet. Seit etwa drei Jahren ist EU-weit die Kennzeichnung mittels Transponder (Chip) verbindlich vorgegeben. „Eine zusätzliche Brandkennzeichnung würde dem Tier ohne vernünftigen Grund weitere Schmerzen zufügen. Dies ist ethisch nicht vertretbar“, sagte der für den Tierschutz zuständige Minister Alexander Bonde am Dienstag (30. Oktober 2012) in Stuttgart.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine lange Reihe an Diskussionen auf verschiedenen Ebenen. Der Bundesrat hatte sich bereits im Oktober 2010 gegen den Schenkelbrand entschieden und die Bundesregierung aufgefordert, ihn zu verbieten. „In diesem Punkt wurde der von der Frau Aigner vorgelegte Gesetzesentwurf von uns begrüßt, da dieser Entwurf das Verbot des Schenkelbrandes vorsah. Umso unbegreiflicher ist jetzt das Ergebnis der Beratungen im Bundestag, diese alte Zöpfe nun doch nicht abzuschneiden. Wie eine solche Entscheidung den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt werden soll, ist mir schleierhaft“, betonte Bonde weiter.
Baden-Württemberg hat bereits beim Landesgestüt in Marbach veranlasst, dass die dort gezüchteten Pferde nicht mehr gebrannt werden. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz appelliert an alle Zuchtverbände, auf den Schenkelbrand zu verzichten.
Quelle: PRESSEMITTEILUNG Nr. 239/2012,
30. Oktober 2012

FN in Warendorf 30.11.2012: Positives Signal für den Erhalt des Schenkelbrands
Dr. Christel Happach-Kasan (FDP): „Ein Verbot ist vom Tisch“

Warendorf (fn-press)
. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) scheint mit ihren Plänen für ein Verbot des umstrittenen Schenkelbrandes zur Kennzeichnung von Pferden gescheitert zu sein. Gegenüber der Presse sagte die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, in der Koalition sei vereinbart worden, „dass das Setzen des Brandzeichens möglich bleiben wird – ein Verbot ist vom Tisch".

Der Berichterstatter der Union für das neue Tierschutzgesetz, Dieter Stier (CDU), bestätigte, dass der Schenkelbrand auch weiterhin zugelassen bleibe. Er halte es für falsch, den Schenkelbrand bei Pferden zu verbieten. Dieser Auffassung seien auch die Fachpolitiker der Union und die überwiegende Zahl der Abgeordneten von CDU und CSU. „Deshalb werden wir entsprechende Änderungen am Regierungsentwurf vornehmen", sagte Stier der Presse.

Der endgültige Beschluss des Bundestages steht aber noch aus und wird frühestens für Anfang November erwartet. (FN-press)


Anmerkung der PD-Redaktion:
Mit der Entscheidung können die Deutsche Reiterliche Vereinigung und die ihr angeschlossenen Zuchtverbände und Zuchtvereine einen Erfolg für ihre Einwendungen verbuchen. Bekanntlich haben sich die FN bzw. die Zuchtverbände für den Erhalt des Schenkelbrandes eingesetzt. Unbestritten ist, dass der Brand einen kurzfristigen Schmerz auslöst. Aber die Vorteile für die Identifizierung des Pferdes und des "Markenzeichens" sind ebenso unbestritten und zumutbar auch und gerade im Sinne des Tierschutzes.