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Sven Goggi reitet für Gold PD 07/2012
Sven Goggi reitet für Gold

Kuppenheim.
Vor wenigen Tagen kam die Nachricht auf den Redaktionstisch: Sven Goggi aus Kuppenheim bekommt in Schutterwald das Goldene Reitabzeichen! Der Springreiter, gerade 35 Jahre alt, wird also mit einer Auszeichnung dekoriert, die viel Arbeit mit den Pferden zu Hause erfordert, viele Starts bei unzähligen Turnieren beinhaltet und letztlich ausgezeichnetes reiter-liches Können verlangt. Als Maßstab gelten die Vorgaben der Deutschen Reiterlichen Verei-nigung, nach denen - vereinfacht gesagt – zehn Siege in Klasse S vorzuweisen sind. Allerdings zählen auch hohe Platzierungen in schweren Springen dazu. Sven Goggi hat derzeit acht Siege in Klasse S auf dem Konto, darunter zwei in Springen Klasse S**. Hinzu kommen ein Dutzend sehr guter Plätze bei Springen in Klasse S**, eines der Springen war sogar eine „Drei-Sterne-Prüfung“ 2009 in Bisingen-Hohenzollern. Rorayo heißt das Erfolgspferd von Sven Goggi, das ihm 16 Siege und hohe Platzierungen einbrachte. Ramirat heißt das Pferd, das seinem Reiter den ersten Sieg in Klasse S bescherte, das war 2005 in Großenwiehe. Drei Jahre musste Goggi dann „warten“, bis er wieder auf dem obersten Treppchen eines Turniers stehen konnte. 2008 errang er in Groß-Zimmern mit Canterbury den zweiten S-Sieg. Dann ging es mit Rorayo Schlag auf Schlag: 2008 folgten in Biebesheim und Alzenau-Michelbach S-Siege, 2009 siegte das Paar in München-Riem und Ansbach. 2010 trug das Pferd seinen Reiter im italienischen Busto Arsizio gar zum Sieg im Großen Preis, einem Springen Klasse S**. Erst 2012 gelang dem Kuppenheimer wieder ein Sieg, diesmal in Ötigheim mit Connecticut. Parallel zu diesen Erfolgen gab es natürlich eine ganze Reihe Starts im gesamten süddeutschen Raum mit den genannten Platzierungen mit Rorayo, der allerdings im Besitz von Gisela Mayer aus Meldorf steht. Verfolgt man die Liste genauer, so erkennt man, dass Turnierreiten auf diesem Niveau kein Zuckerschlecken ist. Verglichen zum Reiten und Starten selbst muss der engagierte Reiter viele Kilometer auf der Straße und im LKW zurücklegen. Außerdem gehört es dazu, dass ein guter Reiter seine Starts sorgfältig plant, um sein Pferd oder seine Pferde nicht zu verheizen. Schließlich stecken viel zu viel Arbeit und auch finanzieller Aufwand hinter den Erfolgen. Die Preisgelder allein wiegen das alles nicht auf. Der Ausgleich für den materiellen Aufwand liegt also in der Beziehung zu den Pferden und zum Sport mit dem „Partner Pferd“.

Wer ist nun der Mensch hinter dem erfolgreichen Namen Sven Goggi? Der gebürtige Nürnberger hat in Gießen die Fachoberschule für Agrarwirtschaft absolviert und ist heute Pferdewirtschafts-meister. Ab kommenden September tritt er die Stelle als Betriebsleiter des Stalls Hurrle in Baden-Baden/Balg an. Hier startet er auch für den Reitclub Baden-Baden. „Die letzten fünf Jahre“, so erzählt Sven Goggi dem PRESSEDIENST, „war ich in Großostheim selbständig tätig auf der ehemaligen Reitanlage des aktuellen Bundestrainers Otto Becker. Im Süden Deutschlands lässt es sich aber genauso gut leben und reiten, meint Sven Goggi, der von sich sagt, dass er gute Nerven habe und meist gut gelaunt sei. „Außerdem habe ich ein offenes Ohr für jeden, der mit mir Kontakt aufnimmt!“ Allerdings, Goggi kann auch ein wenig ungnädig werden – mit sich selbst, „wenn es mal nicht so gut läuft. Dann muss ich die Ursachen genauer erforschen!“ Im Großen und Ganzen scheint Sven Goggi mit seinem Leben zufrieden zu sein. Sportliche Erfolge lassen sich erarbeiten, mancher Titel erfreut ihn besonders: „Zum Beispiel war ich 2008 und 2009 Fränkischer Meister und 2009 auch Bayerischer Meister. Freude bereiten mir auch meine Starts im Ausland, was immer auch eine gewisse Anerkennung bedeutet für gute Arbeit mit den Pferden“, sagt Sven Goggi, der viel Unterstützung durch seine Frau Nina Grein-Goggi erfährt, die ihn zu den Turnieren begleitet und im Training bei den Pferden hilft. Auch die Eltern haben ihren Sohn seit jeher unterstützt, „von morgens um 4 Uhr bis in die späten Abendstunden“, sagt Goggi dankbar. „Noch heute besuchen sie uns auf den Turnieren, wann immer es geht, und fiebern mit. Wichtige Meilensteine sieht Sven Goggi auch in seinen bisherigen Arbeitgebern: „Von allen meinen Arbeitgebern habe ich viel gelernt und mitgenommen!“

Nicht ohne Stolz erzählt der Reiter von Erfolgen als Ausbilder: „Ich habe das Pferd Cellagon Lambrasco ausgebildet, das heute unter Janne Friederike Mayer international erfolgreich geritten wird. Auch Come on Girl hat meine Ausbildung genossen und wird derzeit von dem inter-national bekannten Schweizer Steve Guerdat geritten. Das von mir ausgebildete Pferd FBW Centfield hat mit mir zweimal das Süddeutsche Springpferde Championat gewonnen.“ Das darf auch weiterhin so gut laufen, meint der Reiter und Ausbilder und hofft auf eine schöne Feier bei der Überreichung des Goldenen Reitabzeichens. Den Rahmen dafür gibt eines der besten Tur-niere des Landes: Die Baden-Württembergischen Meisterschaften in Schutterwald vom 12.-15. Juli 2012. Garantiert ist dann auf jeden Fall: Viele Reiter aus dem ganzen Land werden Sven Goggi gratulieren. Martin Stellberger