Startseite
Kontakt
An Timo Bitzers Reitjacke blinkt künftig Gold PD 10/2011
An Timo Bitzers Reitjacke blinkt künftig Gold

Mössingen.
„Cool Man“, der 15 Jahre alte Holsteiner von Contender--Sacramento Song ist ein tolles Pferd. Das sagt nicht nur Timo Bitzer aus Mössingen. Aber er weiß das ganz genau, denn Cool Man hat ihm seit 2005 die meisten Erfolge in schweren Springen eingebracht: 14 Siege in Klasse S, davon 5 Mächtigkeitsspringen und 3 Barriere-Springen. Auf Timo Bitzers Erfolgsliste kommt noch ein dritter Platz aus Schutterwald 2011, wo der Reiter allerdings mit Champ in einem Springen Klasse S*** startete. Champ ist ein 14 Jahre alter Holsteiner von Calgary/Sandro. Doch Cool Man und Champ sind nicht die einzigen Trümpfe in der Karriere von Timo Bitzer. Sergeant Pepper zum Beispiel heißt der Hannoveraner von Presto, der ihm in Rosenfeld-Isingen 1998 den ersten S-Sieg schenkte. Mit der inzwischen verstorbenen Doreen, einer Holsteiner Stute von Laurin/Calletto 2, errang Bitzer von 2001 bis 2003 drei Siege zum „Goldenen Reiterabzeichen“. Daneben brachten Champ und First Class weitere Siege. Erfolgsstationen zwischen 1998 und 2011 sind zum Beispiel die Turniere von Schwieberdingen, Altensteig, Balingen, Bietigheim-Bissingen oder auch Schutterwald.

2009 überwanden Cool Man und Timo Bitzer in Bietigheim-Bissingen 1,95 Meter und in Bisingen-Hohenzollern zwei Meter; 2010 sprangen die zwei in Stutensee-Spöck erneut über 1,95 Meter und in Forst 2010 über 2,05 Meter. Nochmals gelang Bitzer in Legelshurst die Höhe von 2,05 Metern. 2011 bestätigte Cool Man sein Können über zwei Meter in Legelshurst. Dazu gab es wiederholt den Titel „High-Jumper-Master“. So sammelte der Mössinger Reiter über die Jahre 25 Siege in S-Springen. Warum er nicht schon früher das „ Goldene“ bekommen hat? Das liegt am Reglement, nach dem ein Springreiter mindestens einen Sieg in Klasse S** vorweisen muss oder eine Platzierung in einem Springen Klasse S***. Diese Vorgabe erfüllte Timo Bitzer wie erwähnt 2011 in Schutterwald mit Champ.

Selbstverständlich gibt es in Timo Bitzers reiterlicher Laufbahn, die in seiner Kindheit mit dem Pony begann, unzählige Starts und Platzierungen bei ebenso unzähligen Turnieren. Die wichtigsten sind die Siege in Klasse S, denn sie alleine zählen, wenn das Goldene Reiterabzeichen beantragt wird. Die Ehrung des Reiters findet am 7. Oktober 2011 in Bisingen-Hohenzollern statt, wo das dortige Turnier vom 5.-9 Oktober ausgerichtet wird.

Der reiterliche Erfolg allein verrät eigentlich noch wenig über den Menschen Timo Bitzer. Er ist heute 32 Jahre alt, wurde in Tübingen geboren und lebt in Mössingen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Hier durchlief er die Schule und machte 1999 das Abitur am Technischen Gymnasium Tübingen. Es folgte sein Studium an der FH Albstadt-Sigmaringen, wo er 2005 als Diplomingenieur für Informatik abschloss. Heute arbeitet er als stellvertretender Teamleiter in der Software-Betreuung bei Bizerba in Balingen. Timo Bitzer ist verheiratet und hat mit seiner ebenfalls pferdesportbegeisterten Frau Nina seit Anfang des Jahres Töchterchen Leyla. Auch Anita und Conny Bitzer, die Eltern des erfolgreichen Reiters, sind rechte Pferdeleute. Als Springreiter können sie Erfolge bis Klasse S vorweisen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass der Pferdevirus auf Timo Bitzer übersprang.

Mit sechs Jahren schon saß Timo Bitzer im Sattel. Zunächst war er natürlich mit Ponys unterwegs und startete für seinen Heimatverein Mössingen. Mit der Zeit wurde sein Talent immer deutlicher, so dass sich neben Vater Conny Bitzer auch Kurt Maier aus Gültstein um den Reiter kümmerte. Mit dem Pony konnte der junge Mössinger jedenfalls schöne Erfolge feiern, war Mitglied im Landeskader und durfte auch mit dem deutschen Team in Linz und Wien starten, wo es sogar einen Sieg im Nationenpreis gab. Später, als Timo Bitzer den Ponys entwachsen war, nahm er weiterhin Unterricht bei seinem Vater sowie Marcus Rieger in Engstingen. Dass er bis heute „im Sattel“ blieb, entspricht auch Timo Bitzers Eigenschaften: „Nie aufgeben, ist mein Motto“, meinte er dem PRESSEDIENST gegenüber. „Ich bin zielstrebig und glaube auch, dass ich ein Gefühl für Pferde habe.“ Seine Freunde und Konkurrenten bezeichnen Timo Bitzer bisweilen auch als Parcoursspezialisten, weil er ein gutes Auge für die Distanzen im Springparcours habe. „Manchmal“, so sagt Bitzer über sich, „bin ich allerdings einen Tick zu ehrgeizig.“ Selbstkritik ist gerade im Pferdesport eine gute Eigenschaft, um den Pferden gerecht zu werden. Dass Timo Bitzer dies erfüllt, macht auch die Tatsache deutlich, dass er seine Pferde alle selbst ausgebildet hat. So steht sein Vorhaben für die Zukunft auf einer guten Basis: „Ich möchte weiterhin im schweren Springsport gut und erfolgreich mitreiten können.“ Timo Bitzer ist also auf einem guten Weg und hat eine besondere Zwischenstation auch schon erreicht: das Goldene Reiterabzeichen. Martin Stellberger