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Hariolf Schönherr – ein Spätberufener feiert das Goldene Reiterabzeichen . PD 7/2011
Hariolf Schönherr – ein Spätberufener feiert das Goldene Reiterabzeichen

Ellwangen.
„Hugo Simon ist ein Ausbilder der Extraklasse. Ohne Hugo hätte ich nie S-Erfolge feiern können!“ Wer das sagt, ist Hariolf Schönherr aus Ellwangen, geboren 1951. Der mittlerweile 60 Jahre alte Reitersmann scheint immer noch zu staunen, wenn er seine reiterliche Laufbahn Revue passieren lässt. „Ich bin eigentlich ein echter Amateur, eher ein Feierabendreiter. Meist ritt ich ohne Trainer, dafür häufig schwierige Pferde“, erzählt Schönherr dem PRESSEDIENST. Er startet für den Reit- und Fahrverein Rindelbach. Dort hat er mit zehn Jahren das Reiten angefangen und war in Jugendprüfungen recht erfolgreich. Lange musste er allerdings auf seinen ersten Sieg in Klasse A warten, den er mit 17 errang. Zehn Jahre später freute er sich über seinen ersten Erfolg in Klasse M und dann dauerte es nochmals zehn Jahre, bis der erste Sieg in Klasse S feststand.

Und hier kommt wieder Hugo Simon ins Blickfeld. Hariolf Schönherr, beruflich im Medienbereich tätig, hatte sich entschlossen, einmal bei Hugo Simon Unterricht zu nehmen. Schönherr erzählt dazu folgende Geschichte: „Als ich zum ersten Mal bei Hugo Simon trainieren durfte, ließ er mich nach drei Sprüngen anhalten und fragte mich, ob ich im Leben schon einmal einen Zeitfehler gehabt hätte (gerade Hugo, der immer schnell ist!). Ganz erstaunt sagte ich ‚nein’. Darauf sagte Hugo Simon: „Genau so reitest Du! Ein bisschen ruhiger also, o.k?“ Für Hariolf Schönherr war das wohl das Schlüsselerlebnis seiner Reiterei. Von 1987 bis 2009 sammelte er mit seinen Pferden Charmeur, Bel Ami und Romina, Rubikon, Lotus und Lambrusco neun Siege in Klasse S bei Turnieren in Crailsheim, Eichenbühl, Jettingen, Weilheim, Edelstetten, Beerfelden und andernorts. Dabei ist er stolz, sagen zu können: „Alle Pferde habe ich selbst ausgebildet!“ Dazu kommen noch einmal 21 Platzierungen als Zweiter und Dritter bei weiteren S-Springen, darunter auch Erfolge in Klasse S** und S***, die seit einigen Jahren vorgeschrieben sind, um die Zahl der Goldenen Reiterabzeichen nicht inflationär werden zu lassen.

Hariolf Schönherr verweist darauf, dass er bei Reitturnieren laut Datenbank der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Warendorf 1.584 Platzierungen erritten hat, darunter fallen 256 Siege. 680-mal war der Reiter insgesamt auf die Plätze eins bis drei gekommen. Er erinnert sich besonders gerne an seinen Sieg im Großen Preis der Stadt Weilheim 1990 mit Romina und an seinen zweiten Platz im Großen Preis von Oberelchingen 1987 mit Charmeur. Damals (!) war er gegen den berühmten Gerd Wiltfang geritten, der den Großen Preis gewonnen hatte. Unvergessen sind auch seine zwei Starts in der Schleyer-Halle mit Romina, mit der er einmal Dritter und einmal Zwölfter wurde.

Die Reiterei hat Hariolf Schönherr inzwischen zurückgeschraubt. Sein letzter Sieg in Klasse S in Schwieberdingen-Scheerwiesental liegt nunmehr sechs Jahre zurück. Doch er freut sich auf die Feier und das Goldene Reiterabzeichen, das ihm am 24. Juli 2011 im Rahmen des Nördlinger Scharlachrennens verliehen wird. Martin Stellberger